BerlinZwei mutmaßliche Betrüger sind in der Hauptstadt verurteilt worden. Mehrere Männer waren im Oktober 2019 mit 400 gefälschten 500-Euro-Scheinen aus Nordrhein-Westfalen nach Berlin gefahren, um sie gegen 160.000 Euro echtes Geld zu „tauschen“. Gegen einen 29-Jährigen verhängte das Amtsgericht Tiergarten eine Haftstrafe von einem Jahr und zehn Monaten auf Bewährung wegen Inverkehrbringens von Falschgeld, Diebstahls mit Waffen und versuchten Betrugs. Ein 23-Jähriger, der bereits unter Bewährung stand, erhielt wegen Beihilfe eine Gesamtstrafe von zwei Jahren und vier Monaten Haft.

Die Angeklagten und ein weiterer Verdächtiger, dessen Verfahren das Gericht wegen einer Erkrankung seines Verteidigers von dem Prozess abgetrennt hatte, wollten demnach die großen Geldscheine in kleinere wechseln und dabei 40.000 Euro Verlust in Kauf nehmen. Dafür vereinbarten sie ein Treffen mit zwei tauschwilligen Männern – Vater und Sohn – in der Lobby eines Hotels. Der 29-jährige Angeklagte gab zu, er habe dem älteren Opfer die echten 160.000 Euro weggenommen, als dessen Sohn das Falschgeld auf der Toilette einer Überprüfung unterzogen habe.

Polizei beobachtete zufällig Flucht vor Ort

Er habe Pfefferspray bei sich geführt, um sich für den Fall eines Angriffs zu wehren, sagte der 29-Jährige. Der Mitangeklagte schwieg. Der 40-jährige Sohn gab an, er und sein Vater hätten gedacht, „dass alles mit rechten Dingen zugeht“. Ein Mittelsmann habe ihnen erklärt, die 500-Euro-Scheine würden aus Bargeldgeschäften mit Immobilien stammen. Die Männer hätten in Deutschland kein Bankkonto und deshalb Schwierigkeiten, so viele 500-Euro-Scheine zu wechseln.

Offiziellen Angaben zufolge beobachteten damals mehrere Polizisten, wie der 29-Jährige mit einem Stoffbeutel in der Hand aus dem Hotel floh. Weil er von einem älteren Mann verfolgt wurde, hätten sie eingegriffen, so die Beamten. Das jetzt gesprochene Urteil entsprach im Wesentlichen dem Antrag der Staatsanwältin. Der Verteidiger des 29-Jährigen hatte keinen konkreten Antrag gestellt. Der Anwalt des 23-Jährigen forderte Freispruch. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.