Der Ukraine-Krieg ruft Internet-Betrüger auf den Plan. Kriminelle nutzen vor allem die Spendenbereitschaft für ihre Zwecke aus, warnt der Verbraucherzentrale Bundesverband. Erste falsche Spendenaufrufe und Phishing-Mails mit Ukraine-Bezug in deutscher Sprache seien im Umlauf. Eine Masche der Betrüger funktioniere so: „Per E-Mail bitten sie Mail-Empfänger, vermeintlichen Opfern des Krieges Geld für die Flucht zu überweisen“, so die Verbraucherzentrale. Hier sei Vorsicht geboten.

Bei einer zweiten Masche versuchen Kriminelle, E-Mail-Empfänger mit reißerischer Ukraine-Berichterstattung dazu zu bewegen, einen „Weiterlesen“-Button anzuklicken. Oder die Nutzer sollen in gefälschten Sparkassen-Mails zu Russland-Sanktionen auf den Button „Weiter zur Website“ klicken. Die klare Warnung der Verbraucherschützer dazu: „Klicken Sie den Button nicht an!“ Phishing-Mails zielen oft darauf ab, dass die Nutzer Finanzinformationen, Zugangsdaten oder andere sensible Daten preisgeben.

Betrugsversuche auf allen Kanälen

Laut Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) dürfte das Aufkommen an Phishing-Mails auch im deutschsprachigen Raum weiter zunehmen. „Wenn Sie unerwartet E-Mails bekommen, sollten Sie nie auf Links oder Buttons klicken, keine Anhänge öffnen und dem Absender nicht antworten“, so die Verbraucherzentrale. Doch Gefahr gehe nicht nur von E-Mails aus. Auch in SMS, in sozialen Netzwerken, per Post oder am Telefon könnten Betrügereien mit Ukraine-Bezug drohen. Der Phishing-Radar der Verbraucherzentrale NRW warnt immer aktuell vor neuen Tricks.

Vorsicht geboten sei auch beim russischen Virenschutz-Programm von Kapersky. Das BSI warnt davor, die Virenschutz-Software des Herstellers zu verwenden. Um das Risiko russischer Cyberangriffe zu reduzieren, sollten Internetnutzer sicherheitshalber alternative Produkte nutzen.