Abgase strömen aus einem Fahrzeug mit Dieselmotor (Symbolbild). 
Foto: dpa/Jan Woitas 

BerlinDer Fahrzeughersteller Fiat Chrysler steht unter Betrugsverdacht. In einer von der europäischen Justizbehörde Eurojust koordinierten Aktion wurden nach Angaben der Behörde „in Deutschland, Italien und der Schweiz koordinierte Durchsuchungen durchgeführt, um Beweise zu sammeln“. Konkret gehe es nach Angaben von Eurojust um den Verdacht, dass „Dieselmotoren, die in mehreren von der Firma verkauften Automodellen eingebaut sind, mit einer illegalen Abschalteinrichtung ausgestattet“ seien. Dabei gehe es um Emissionsnormen. Gegenüber der dpa bestätigte Fiat Chrysler die Durchsuchungen. „Das Unternehmen kooperiert umfassend mit den Behörden“, teilte ein Sprecher demnach mit.

Die Ermittlungen richten sich nach offiziellen Angaben gegen neun namentlich bekannte Beschuldigte in Italien. Während die betroffenen Fahrzeuge die Emissionsnormen unter Testbedingungen erfüllten, „schaltet die Abschalteinrichtung das Emissionskontrollsystem unter realen Fahrbedingungen angeblich effektiv ab“, so Eurojust weiter. Solche Abschalteinrichtungen sind nach geltenden EU-Vorschriften illegal. Fahrzeuge mit derartigen Abschalteinrichtungen sind nach Angaben von Eurojust in der EU demnach nicht für den Straßenverkehr zugelassen. 

Verbraucher mit solchen in ihren Autos installierten Geräten müssten daher mit möglichen Fahrverboten rechnen. Alleine in Deutschland sind demnach „mehr als 200.000 Fahrzeuge Gegenstand der Untersuchung, darunter auch größere Fahrzeuge wie Wohnmobile“, teilte Eurojust weiter mit.

In Deutschland werden die Ermittlungen von der Abteilung Wirtschaftskriminalität bei der zuständigen Staatsanwaltschaft in Frankfurt am Main geleitet. Die Staatsanwaltschaft von Turin in Italien untersuche „das Betrugsverbrechen ebenfalls im Rahmen eines parallelen Verfahrens im Zusammenhang mit demselben Fall“, berichtete Eurojust weiter. Darüber hinaus hätten „britische Behörden zwei Unternehmen in London angewiesen, relevante Dokumente vorzulegen“.