Berlin - Die Bevölkerung Deutschlands ist im vergangenen Jahr erstmals seit 2011 nicht gewachsen. Wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mitteilte, blieb die Zahl der Menschen bei 83,2 Millionen. In exakten Zahlen wurde sogar eine leichte Abnahme um 12.000 Einwohnerinnen und Einwohner registriert. In den Vorjahren hatte es jeweils einen Zuwachs gegeben.

Eine Ursache für die weitgehend unveränderte Gesamtzahl sind der Behörde zufolge eine verminderte Nettozuwanderung, die im Jahresvergleich von 294.000 im Jahr 2019 auf 209.000 im Jahr 2020 abnahm. Der Überschuss der Sterbefälle über die Zahl der Geburten erhöhte sich zugleich von 161.000 auf 212.000.

Zahl der Kinder weitgehend unverändert

Verschiebungen gab es allerdings bei der Zusammensetzung der Bevölkerung. So stieg die Zahl der Hochbetagten ab 80 Jahren trotz einer erhöhten Sterblichkeit aufgrund der Corona-Pandemie laut Bundesamt im Jahresvergleich um 4,5 Prozent auf 5,9 Millionen. In der Altersgruppe zwischen 60 und 79 Jahren betrug der Zuwachs 0,5 Prozent auf 18,2 Millionen. In der Gruppe zwischen 20 und 59 Jahren gab es demnach eine leichte Abnahme um 0,4 Prozent auf 43,7 Millionen Menschen. Weitgehend unverändert blieb mit 15,3 Millionen die Zahl der Kinder und Jugendlichen. Der Altersdurchschnitt stieg um 0,1 auf 44,6 Jahre.

Regional zeigten sich Unterschiede bei der Bevölkerungsentwicklung: Berlin und Nordrhein-Westfalen verzeichneten einen Rückgang von 5000 beziehungsweise 22.000 Menschen, nachdem die Bevölkerung in den Vorjahren dort noch gewachsen war. „Neben der verminderten Zuwanderung aus dem Ausland war dabei für Berlin zusätzlich eine verstärkte Abwanderung in andere Bundesländer ursächlich“, hieß es. So wuchs beispielsweise die Bevölkerung in Brandenburg um 9000 und in Mecklenburg-Vorpommern um 3000. Am stärksten stiegen die Zahlen in Bayern (plus 15.000) und Niedersachsen (plus 10.000).