Der VfB Oldenburg hat sein Comeback im deutschen Profifußball nach 25 Jahren perfekt gemacht. Dem Meister der Regionalliga Nord reichte im entscheidenden Relegationsrückspiel gegen den Berliner Nordost-Sieger BFC Dynamo um den letzten freien Drittligaplatz ein 1:2 (1:1), nachdem der VfB das Hinspiel in der Hauptstadt 2:0 gewonnen hatte. Oldenburg war 1997 aus der Zweiten Fußballbundesliga abgestiegen, ehe 2008 die Dritte Liga als unterste Profiliga in Deutschland eingeführt wurde.

In Oldenburg bedeutete die Führung der Platzherren durch Max Wegner elf Minuten vor der Pause nach dem Hinspielerfolg vor Wochenfrist die Vorentscheidung. Dynamo kam zwar noch vor dem Seitenwechsel durch Niklas Brandt (45.) zum Ausgleich, konnte aber im zweiten Abschnitt trotz des Siegtreffers durch ein Oldenburger Eigentor (90. +6) die erhoffte Verlängerung oder gar Wende nicht mehr erzwingen. Damit muss der Rekordmeister der ehemaligen DDR 22 Jahre nach seinem Abstieg weiter auf seine Rückkehr in die Drittklassigkeit warten.

Berliner Fans sollen gegen Ende des Spiels mehrere Feuerwerkskörper und Bengalos im Gästeblock angezündet haben. Fans des VfB Oldenburg riefen daraufhin lautstark: „Nazis raus!“ und „Ihr könnt nach Hause fahren“. Nach dem Spiel soll es vereinzelt zu Auseinandersetzungen gegenkommen sein.

Nach dem geplatzten Aufstiegstraum ließ Christian Beck seinen Frust raus. Im Mittelpunkt der massiven Kritik des Stürmers vom BFC Dynamo: die Aufstiegsregelung für die fünf Regionalliga-Meister. „Riesendank an den DFB, der solche Regeln einführt. So eine Regel ist einfach eine Vollkatastrophe“, sagte der 34-Jährige am Samstag in einem Interview mit MagentaSport: „Sie zerstört eine ganze Saison“, so Beck.

Gute Laune dagegen beim VfB: Durch Oldenburgs Aufstieg ist das Drittliga-Teilnehmerfeld für die kommende Saison komplett. Vor den Norddeutschen hatten bereits Ex-Meister Rot-Weiss Essen (Meister Regionalliga West) sowie die SV Elversberg (Südwest) und SpVgg Bayreuth (Bayern) als Aufsteiger in die unterste Profispielklasse im deutschen Fußball festgestanden. Das Quartett nimmt die Plätze von Viktoria Berlin, Würzburger Kickers, TSV Havelse und Türkgücü München ein.