Bier aus Berlin und Brandenburg ist wieder beliebter

Im vergangenen Jahr wurde mehr Bier aus Berlin und Brandenburg verkauft. Soweit die gute Nachricht. Die schlechte: Auch dieses Bier wird wohl teurer.

Eine Gesellschaft stößt mit Bier an.
Eine Gesellschaft stößt mit Bier an.Robert Michael/dpa

Berlin-Brauereien aus Berlin und Brandenburg haben 2022 mehr Bier abgesetzt als noch im Vorjahr. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Mittwoch mitteilte, wurden im In- und Ausland insgesamt rund 371 Millionen Liter Bier aus den beiden Bundesländern verkauft. Das sind etwa 4,3 Prozent mehr als 2021. Die Menge an Bier, die Brauereien aus Berlin und Brandenburg allein in Deutschland verkauften, stieg den Zahlen zufolge leicht um 0,2 Prozent.

Der Absatz von Bier aus Berlin und Brandenburg stieg demnach relativ noch etwas stärker als jener der deutschen Brauereien insgesamt. 

Jahrhundertsommer und Fußball-WM brachten keinen Bier-Absatzrekord

Selbst ein heißer und trockener Jahrhundertsommer wie im Jahr 2022 steigerte den inländischen Absatz alkoholhaltiger Biere insgesamt lediglich auf 7,2 Milliarden Liter gesteigert. Das waren 4 Prozent mehr als im historisch schwächsten Bierjahr 2021, als Gaststätten und Hotels monatelang geschlossen waren. Und eben auch 5 Prozent weniger als im noch coronafreien Jahr 2019.

Zusammen mit den steuerfreien Exporten und dem Haustrunk ergab sich ein Absatz von 8,8 Milliarden Litern, rund 2,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Die zwischenzeitlichen Verluste habe man nicht mehr aufholen können, konstatiert Eichele. Daran hat zum Jahresende auch die erstmals im Winter ausgetragene Fußball-Weltmeisterschaft nichts mehr geändert. Die abgesetzte Biermenge von Brauereien aus Berlin und Brandenburg lag laut Destatis 2022 sogar noch um rund acht Prozent unter der von 2019.

Insgesamt stehe die deutsche Brauwirtschaft aufgrund gestiegener Kosten für Rohstoffe und Energie unter hohem Druck, klagte der Deutsche Brauer-Bund. „Zahlreiche Brauereien in Deutschland haben für dieses Jahr bereits Preiserhöhungen angekündigt“, sagte Hauptgeschäftsführer Holger Eichele.

Die Berliner Craft-Brauerei Lemke erwartet für das laufende Jahr ein stärkeres Geschäft in den eigenen Gasthäusern wie auch bei den belieferten Wirten. „Der Mensch ist ein geselliges Tier“, meint Brauerei-Sprecherin Anika Stockmann. Der Preis für den halben Liter kann dabei wegen der stark gestiegenen Kosten demnächst der Boulevard-Preisgrenze von 7,50 Euro für Spezialitätenbiere schon recht nahekommen. Das müsse man aber im Vergleich sehen, sagt Stockmann und verweist auf weit höhere Preise, wie sie in England, den USA oder auch dem klassischen Bierland Belgien aufgerufen würden. „Im internationalen Vergleich ist das Bier in der deutschen Gastronomie noch sehr preiswert.“