Washington D.C. - Die Nasa hat faszinierende Aufnahmen vom Mars veröffentlicht. Während derzeit alle Augen auf Perseverance und seinen Helikopter Ingenuity gerichtet sind, hat der Mars-Rover Curiosity, der bereits seit 2012 auf dem Roten Planeten ist, wieder geliefert. Er hat seltene Bilder von nachts schimmernden Wolken zur Erde gesendet. Das berichtet das Nachrichtenportal T3N.

Forscher nennen die Bilder „spektakulär“, denn Wolken sind auf dem Mars ohnehin ein seltenes Phänomen. Die dünne und trockene Atmosphäre verhindert in normalen Zeiten die Bildung von Wolken. Wie das Jet Propulsion Laboratory der NASA in einem Blogbeitrag schreibt, sind Wolken in der Regel am Äquator des Planeten in der kältesten Jahreszeit zu finden, wenn der Mars auf seiner ovalen Umlaufbahn am weitesten von der Sonne entfernt ist. Jetzt sind sie früher aufgetaucht als von den Forschern erwartet.

NASA/JPL-Caltech/MSSS
Der Mars-Rover Curiosity der NASA entdeckte diese schillernden Wolken und nennt sie „Mother of Pearl“.

Die mystischen Mars-Wolken sind vergleichbar mit Trockeneis

Dass die Wolken auch schon etwas vor dem Höhepunkt der kalten Jahreszeit entstehen können, haben Forscher vor zwei Erd-Jahren, also ungefähr einem Mars-Jahr, festgestellt. Dieses Mal haben sie ihre Kamera rechtzeitig auf den Himmel ausgerichtet.

Anders als die Wolken auf unserem Planeten bestehen die mystischen Wolken auf dem Mars aus gefrorenem Kohlendioxid, vergleichbar mit Trockeneis. Die Nasa beschreibt sie als „hauchdünne, mit Eiskristallen gefüllte Luftblasen, die das Licht der untergehenden Sonne streuten und zum Teil farbig schimmerten“.

Diese Dämmerungswolken, die auch als „noctilucent“ (nachtleuchtend) bezeichnet werden, werden heller, wenn sie sich mit Kristallen füllen, und verdunkeln sich dann, wenn die Position der Sonne am Himmel unter ihre Höhe fällt, wie die Nasa-Wissenschaftler schreiben. „Farbig schillern tun sie dann, wenn die Wolkenpartikel alle nahezu gleich groß sind“, sagt Mark Lemmon, Atmosphärenforscher am Space Science Institute in Boulder, Colorado.

„Das passiert normalerweise, kurz nachdem sich die Wolken gebildet haben und alle mit der gleichen Geschwindigkeit gewachsen sind.“, so Lemmon. Diese Wolken nennen die Forscher „Mother of Pearl“-Wolken. Sie gehören laut Lemmon zu den wenigen bunten Dingen auf unserem Nachbarplaneten.