Berlin - Aus Sicht von Berlins Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) bleibt der Unterricht in der Schule trotz der anhaltenden Corona-Pandemie erste Wahl. „Es gibt einen klaren Konsens im Berliner Senat, aber auch unter allen Bildungsministern der Länder: So lange wie möglich wollen wir Präsenzunterricht und die Schulen offen halten“, sagte Scheeres der „Berliner Morgenpost“ (Montag). „Ich weiß, viele Schulen und Lehrkräfte haben sehr gute Konzepte für das Alternativszenario vorbereitet.“

Dass ein Teenager sich sechs Stunden allein an seinen Computer setze und selbstorganisiert lerne, sei aber eine echte Herausforderung. Das eine oder andere Kind könne das. „Aber andere werden sich womöglich bald langweilen und lieber nach draußen gehen, gerade wenn man beengt wohnt“, sagte Scheeres. Am Präsenzunterricht hatte es in den vergangenen Wochen immer wieder Kritik gegeben. Die Bildungsgewerkschaft GEW etwa forderte wiederholt, sich davon zu verabschieden und auf einen Mix aus Unterricht in der Schule und digital zu setzen.

Lüften - auch bei eisiger Kälte

Die Senatorin verteidigte das regelmäßige Lüften in den Schulen - auch bei Kälte und Temperaturen unter null Grad. „Was ist die Alternative? Wir wollen die Kinder vor dem Virus schützen“, sagte Scheeres. „Es ist mir vollkommen klar, dass das eine große zusätzliche Belastung für alle Beteiligten ist“, so die SPD-Politikerin. „Wir haben darauf aufmerksam gemacht, dass wärmere Kleidung getragen werden soll. Und gerade in den Grundschulen handeln unsere Pädagogen sehr umsichtig, setzen auch Kinder um, die vielleicht anfälliger sind.“

Zur Anschaffung von 1200 Luftfiltergeräten für die Schulen bemerkte Scheeres, zur Auswahl und zur Finanzierung habe es intensive Gespräche gegeben. „Das falsche Gerät, auch noch schlecht gewartet, kann sogar absolut kontraproduktiv sein. Ich kann es nicht verantworten, einfach aktionistisch irgendwas in die Schulen stellen zu lassen.“ Die Ausschreibung in den Bezirken laufe inzwischen.