Berlin - Die Biontech-Mitgründerin Özlem Türeci ist als Delegierte für die Bundesversammlung gewählt worden. Der rheinland-pfälzische Landtag stimmte ihrer Nominierung durch die SPD-Fraktion bei einer Sitzung am Mittwoch in Mainz zu. Türeci habe sich mit ihrem Mann Ugur Sahin mit der Entwicklung eines Corona-Impfstoffs weltweit einen Namen gemacht, erklärte die SPD-Fraktion zu ihrer Nominierung. Diese stehe stellvertretend für die wichtige Rolle, welche die Wissenschaft in der Bekämpfung der Pandemie spiele.

Die Bundesversammlung wählt am 13. Februar 2022 den Bundespräsidenten oder die Bundespräsidentin. Die Versammlung setzt sich aus den 736 Bundestagsabgeordneten und ebenso vielen Delegierten zusammen, die von den Landesparlamenten entsandt werden.

Neben Türeci wurden als Delegierte unter anderem Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD), Bundesfamilienministerin Anne Spiegel (Grüne), der BASF-Vorstandsvorsitzende Martin Brudermüller und der Pfarrer Jörg Meyrer aus dem von der Flutkatastrophe schwer getroffenem Ahrweiler gewählt.

SPD-Fraktion schickt Sophie Passmann zur Bundesversammlung

Auch Schauspieler Dietmar Bär alias „Tatort“-Kommissar Freddy Schenk und „Wilsberg“-Hauptdarsteller Leonard Lansink sollen im Februar kommenden Jahres als prominente Delegierte den neuen Bundespräsidenten mitwählen. Die SPD-Fraktion im Düsseldorfer Landtag will die beiden als Vertreter Nordrhein-Westfalens für die Bundesversammlung nominieren. Außerdem dabei: Die Influencer-Ärztin Dr. Carola Holzner („Doc Caro“) und Fluthelfer Patrick Schöneborn.

Schöneborn war selbst Opfer der Flut in Schleiden (Eifel) geworden und hatte dennoch als Mitglied der freiwilligen Feuerwehr in seinem Heimatort angepackt. Seine Ämter in der Kommunalpolitik für die SPD legte er zuletzt nieder, um sich unter anderem dem Wiederaufbau zu widmen.

Die SPD-Fraktion will zudem Comedian Hennes Bender, Autorin Sophie Passmann und Moderator Tobias Schlegel zur Bundespräsidentenwahl schicken. Im Zeichen der Corona-Pandemie soll Krankenpflegerin Angela Steinhauer entsendet werden. Fraktionschef Thomas Kutschaty nannte es eine „Wertschätzung“ für die Pflegeberufe, Steinhauer zu nominieren.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier will bei der Bundesversammlung erneut für das höchste Staatsamt antreten. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) hatte sich für eine Frau als neue Bundespräsidentin ausgesprochen und der Union empfohlen, einen eigenen Wahlvorschlag zu machen.