In Berlin wurden im Jahr 2021 über 1,2 Millionen Raser erwischt. Das berichtet die Berliner Morgenpost und beruft sich auf die Antwort der Senatsinnenverwaltung auf eine parlamentarische Anfrage der FDP. Damit seien 16,6 Millionen Euro an Bußgeldern eingenommen worden. In einigen Stadtteilen fahren besonders häufig Menschen mit erhöhter Geschwindigkeit.

Die meisten Raser seien demnach in Reinickendorf unterwegs. Von den stationären Blitzanlagen wurden im vergangenen Jahr 189.880 Verstöße erfasst. Fünf der Anlagen stehen entlang der Autobahn A111, eine weitere an der Lindauer Allee. Weitere 53.948 Raser wurden von mobilen Radarfallen erwischt. Damit führt Reinickendorf die Statistik mit 243.828 erwischten Rasern an.

Auf dem zweiten Platz landet Mitte mit insgesamt 184.232 Blitzern, gefolgt von Charlottenburg-Wilmersdorf mit 157.091 gemessenen Verstößen. Auch in Neukölln sind viele Autofahrerinnen und -fahrer zu schnell unterwegs. 80.769 von insgesamt 130.874 Rasern wurden dort im vergangenen Jahr von stationären Blitzanlagen erfasst. Diese Fälle seien vor allem an der A100, insbesondere im und um den Britzer Tunnel aufgetreten.

Ortskundige bremsen vor festen Blitzern ab

Im Südwesten Berlins ließen sich die wenigsten von festen Blitzanlagen erwischen. Nur 38 der 63.085 Raser in Steglitz-Zehlendorf wurden von stationären Blitzern geknipst. Hier seien besonders viele ortskundige Autofahrer unterwegs. Die drei Anlagen auf der Schloß- und der Schildhornstraße sind weit bekannt, sodass mögliche Raser von ihnen ausgebremst werden.

Roland Stimpel, Vorsitzender des Fußgängerverbands FUSS e. V. fordert daher mehr stationäre Blitzanlagen. Sie seien noch ungerecht auf die verschiedenen Berliner Bezirke verteilt. In Marzahn-Hellersdorf gebe es etwa nicht eine einzige. Gerade an den Magistralen, die lange geradeaus führen, wenig Nebenstraßen haben und gewissermaßen zum Rasen einladen, bräuchte es mehr dieser stationären Anlagen, findet Stimpel. Von ihnen gehe eine erzieherische Wirkung aus.