Der Ex-Skilangläufer Johannes Dürr aus Österreich betrieb Blutdoping.
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MünchenAm Mittwoch beginnt im Landgericht München der Prozess gegen den Arzt Mark S. und vier mutmaßliche Komplizen. Sie sollen zusammen jahrelang Athleten gedopt haben. Bei Razzien während der nordischen Ski-WM in Seefeld und in Erfurt hatten Ermittler im Februar 2019 ein internationales Dopingnetzwerk aufgedeckt.  

Mindesten 23 Sportler aus acht Ländern – besonders aus dem Rad- und Wintersport – sollen Kunden des Arztes gewesen sein. Mark S. und einer seiner Helfer sitzen seit mehr als eineinhalb Jahren in Untersuchungshaft.

Der Arzt soll mehrere Jahre lang an Sportlern Blutdoping durchgeführt haben. 2011 soll er begonnen haben, vor allem Winter- und Radsportler zu behandeln. Von 2014 an sollen die Helfer die Transporte übernommen und auch die Blutabnahme sowie -zufuhr bei den Sportlern durchgeführt haben.

Den Angeschuldigten wird gewerbsmäßige und zum Teil bandenmäßige Anwendung verbotener Doping-Methoden oder die Beihilfe dazu vorgeworfen. In einem Fall geht es laut Staatsanwaltschaft auch um gefährliche Körperverletzung.