Bluttat in Oberbayern: Polizei findet vier Tote nach Gewaltverbrechen

Vier Tote, alle miteinander verwandt: Ein Verbrechen erschüttert eine bayerische Kleinstadt. Unter den Toten ist auch der mutmaßliche Täter.

Ein Absperrband am Türgriff der Eingangstür eines Einfamilienhauses in Weilheim.
Ein Absperrband am Türgriff der Eingangstür eines Einfamilienhauses in Weilheim.dpa/Nikolas Schäfers

Nach einem Gewaltverbrechen mit vier verwandten Todesopfern in Weilheim bei München ermittelt die Polizei zu den bisher noch unklaren Hintergründen der Tat. Demnach hat ein Mann am Freitagnachmittag erst zwei 57 Jahre alte Frauen und dann einen 60-Jährigen getötet. Anschließend soll der 59-Jährige sich selbst das Leben genommen haben.

Bei den vier Toten handelt es sich nach dpa-Informationen um zwei Schwestern und deren Männer. Das Motiv war am Samstag nicht bekannt. Die Ermittler wollten aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht verraten, wie das genaue Verhältnis der Toten zueinander war. Sie teilten lediglich mit, sie seien miteinander verwandt gewesen.

Noch ist unklar, wie die Frauen starben

Die Leichen der Männer wiesen Schussverletzungen auf. „Die Frauen hatten keine Schussverletzungen“, sagte Polizeisprecher Alexander Huber am Samstag. Auch über mögliche Stichverletzungen sei ihm nichts bekannt. Wie genau die 57-jährigen Frauen starben, soll nun eine Obduktion klären. Diese werde womöglich noch am Samstag erfolgen. 

Eine Zeugin habe den noch lebenden 60-Jährigen in einem Garten eines Mehrfamilienhauses gefunden und den Notruf gewählt, berichtete die Polizei. Die sofort eingeleiteten Reanimationsmaßnahmen waren jedoch erfolglos – der Mann starb noch vor Ort an seinen schweren Verletzungen. Die anschließende Großfahndung der Polizei blieb zunächst ohne Erfolge.

59-Jähriger tot auf Parkbank gefunden

Knapp zweieinhalb Kilometer weiter und mehr als zwei Stunden später entdeckte ein Zeuge den leblosen 59-Jährigen auf einer Parkbank. Als die Einsatzkräfte eintrafen, war der mutmaßliche Täter bereits tot. In seinem Anwesen fanden die Beamten dann die zwei toten Frauen. Ihnen wurden „massive Verletzungen“ zugefügt.

Die weiteren Ermittlungen in dem Fall führen die Kriminalpolizei Weilheim und die Staatsanwaltschaft München II. Die Stadt Weilheim hat rund 23.000 Einwohner.