Berlin - Nach dem Bombenalarm wegen eines verdächtigen Päckchens vor dem Wahlkreisbüro von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Stralsund ist der mutmaßliche Verursacher wieder auf freiem Fuß. Eine Böswilligkeit der Tat habe nicht festgestellt werden können, sagte am Freitag eine Sprecherin der Polizei. Der 43-jährige Stralsunder habe bei seiner Vernehmung am Donnerstag angegeben, dass er das unter anderem mit Tassen und Untertassen gefüllte Päckchen als Geschenk gedacht habe. Daraufhin sei er aus dem Polizeigewahrsam entlassen worden.

Laut Polizei hatte der Mann am Donnerstagnachmittag das Päckchen am Briefkasten des Wahlkreisbüros in der Stralsunder Innenstadt befestigt. Aufgrund der unklaren Gefahrenlage kamen der Munitionsbergungsdienst und der Gefahrgutzug der Feuerwehr zum Einsatz. Der Platz vor dem Büro- und Wohngebäude war abgesperrt worden, Anwohner verließen vorsorglich die umliegenden Häuser.

Weißes Pulver bislang nicht identifiziert

Nach ausführlichen Personenbeschreibungen durch Zeugen hatte die Polizei rasch den 43-Jährigen als mutmaßlichen Absender des Pakets ermittelt. Ein beigefügter Brief mit weißem Pulver habe sich als ungefährlich herausgestellt. Doch sei die genauere Analyse des Stoffes noch nicht abgeschlossen, sagte die Polizeisprecherin.

Wie die Ostsee-Zeitung unter Berufung auf einen Hausbewohner berichtete, hingen ähnliche Päckchen in den zurückliegenden Tagen wiederholt am Hauseingang. Zu Polizeieinsätzen habe dies zuvor nicht geführt.