Der in London verurteilte Ex-Tennisprofi Boris Becker könnte nach Ende seiner Haft theoretisch nach Deutschland abgeschoben werden. Das britische Innenministerium wollte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur den individuellen Fall zwar nicht kommentieren, teilte jedoch am Donnerstag mit: „Jeder ausländische Staatsbürger, der wegen einer Straftat zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wird, kommt für eine Abschiebung zum frühestmöglichen Zeitpunkt in Betracht.“ Zuvor hatten britische Medien darüber berichtet. Becker lebt zwar seit rund zehn Jahren in seiner Wahlheimat London, besitzt jedoch nicht die britische Staatsbürgerschaft.

Der 54-Jährige war in der vergangenen Woche am Londoner Southwark Crown Court zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt worden, weil er nach Ansicht des Gerichts in seinem Insolvenzverfahren Vermögen verschleiert hat. Seitdem sitzt er im Gefängnis Wandsworth im Süden von London, das für seinen schlechten Zustand bekannt ist. Becker könnte jedoch zeitnah in eine Anstalt mit einer niedrigeren Sicherheitsstufe verlegt werden. Den zweiten Teil seiner Haft könne er auf Bewährung freigelassen werden, entschied Richterin Deborah Taylor.