Stuttgart  In einem Appell haben sich 35 Stadtoberhäupter aus Baden-Württemberg um den Tübinger OB Boris Palmer (Grüne) an Ministerpräsident Winfried Kretschmann gewandt. Sie kritisieren die am Mittwoch beschlossenen Corona-Maßnahmen. Sie fordern Lockerungen für Baden-Württemberg, um den Rückhalt der Bürger für die Corona-Politik nicht zu verlieren.  Das berichtet die Südwest Presse.

Das Schreiben haben bis Sonnabendmorgen insgesamt 35 Oberbürgermeister und Bürgermeister unterschrieben, darunter die Oberbürgermeister Richard Arnold (Schwäbisch Gmünd), Thomas Keck (Reutlingen), Thilo Rentschler (Aalen), Helmut Reitemann (Balingen) und Ulrich Fiedler (Metzingen).

In dem Brief unter der Überschrift „Das Leben in den Städten schützen“ werden die beschlossenen Maßnahmen als wenig sinnvoll und willkürlich kritisiert. „Wir fragen uns, nach welchen Kriterien die Bereiche ausgewählt wurden, die nun komplett geschlossen werden sollen“, heißt es in dem Schreiben.   

Theater und Kinos sowie die Gastronomie und Hotellerie hätten gute Hygienekonzepte und seien als Treiber des Infektionsgeschehens von geringer Bedeutung. „Es ist für uns nicht ersichtlich, dass durch den kompletten Lockdown dieser Bereiche das Tempo der Pandemie ausreichend gebremst werden könnte“, heißt es im Schreiben weiter.

Abschließend wird Kretschmann gebeten, die Umsetzung der Beschlüsse in Landesrecht nochmals auf den Prüfstand zu stellen.

Winnfried Kretschmann hat schon auf den Appell reagiert und die Corona-Maßnahmen verteidigt.