Trotz der schwer belastenden bilateralen Beziehungen durch den russischen Krieg gegen die Ukraine halten ranghohe russische und US-Militärs weiter Kontakt. Diese „gelegentlichen Telefongespräche“ zwischen den Verteidigungsministern und Generalstabschefs seien äußerst wichtig, um eine direkte militärische Konfrontation zu verhindern, sagte der russische Botschafter in den USA, Anatoli Antonow, am Dienstag dem russischen Staatsfernsehen. Ansonsten drohe eine Eskalation mit unvorhersehbaren Konsequenzen.

Zugleich betonte Antonow, dass sich der bilaterale Dialog derzeit auf einem äußerst niedrigen Niveau befinde. „Vertrauen wurde untergraben, die Zusammenarbeit zerfällt selbst in Feldern mit beidseitigem Interesse, die Kommunikation zwischen den Seiten ist gering und vornehmlich reduziert auf eine Debatte technischer Probleme.“

USA haben angeblich den Dialog über strategische Stabilität ausgesetzt

Die USA hätten den Dialog über strategische Stabilität auf unbestimmte Zeit ausgesetzt. „Uns wurde gesagt, dass Waffenkontrolle angesichts Russlands militärischer Spezialoperation keine Priorität mehr für die US-Administration hat“, sagte Antonow. Russland spricht nicht von einem Krieg gegen die Ukraine, sondern von einer Spezialoperation.

Antonow versicherte, Russland sei bereit zu einem ernsthaften und professionellen Dialog mit den USA. Dies liege im russischen, amerikanischen und internationalen Interesse. „Aber wir werden den Amerikanern nicht hinterherlaufen“, sagte der Botschafter.