Boykott der Fußball-WM: Kein Public Viewing in französischen Städten

Mehrere Städte in Frankreich haben beschlossen, die Fußball-WM in Katar nicht öffentlich auf großen Bildschirmen zu übertragen. Grund ist die Menschenrechtslage.

Die Fußball-WM im Jahr 2018 wurde in Frankreich noch öffentlich übertragen.
Die Fußball-WM im Jahr 2018 wurde in Frankreich noch öffentlich übertragen.AP/Bob Edme

Mehrere französische Großstädte haben angekündigt, kein Public Viewing zu den Spielen der Fußball-WM in Katar zu veranstalten. Dies berichtete die Tagesschau. Als Grund für den Boykott wird die Missachtung der Menschenrechte in dem Land angegeben. Auch in Deutschland gibt es ähnliche Ankündigungen.

Der Stadtrat von Lille im Norden Frankreichs beschloss einstimmig, die Austragung der Fußball-WM vom 20. November bis 18. Dezember zu missbilligen. Bürgermeisterin Martine Aubry teilte auf Twitter mit: „Wir werden kein einziges Spiel auf Großbildschirmen übertragen.“

Auch die ostfranzösischen Städte Straßburg und Reims entschieden sich, die WM nicht öffentlich auf Großbildschirmen zu übertragen. „Es ist unmöglich für uns, die zahlreichen Warnungen von NGOs zu überhören, die den Missbrauch und die Ausbeutung von Gastarbeitern anprangern“, begründete die Straßburger Bürgermeisterin Jeanne Barseghian.

WM in Katar auch in Deutschland umstritten

Auch in Deutschland ist die kommende Fußball-WM umstritten. Unter dem Hashtag #boycottqatar2022 rufen Fußballfans zum Boykott auf. „Die WM 2022 in Qatar ist ein dem Fußball unwürdiges Turnier. Es werden so viele Gebote der sportlichen und politischen Fairness verletzt, dass es uns unverantwortlich erscheint, an diesem Ereignis teilzuhaben,“ heißt es auf der Website

Daniel Vollmer, der Wirt einer Düsseldorfer Kneipe will die Spiele ebenfalls nicht in seiner Kneipe zeigen. „Wir würden uns selbst für Heuchler halten, wenn wir das Turnier scharf verurteilen, durch eine Übertragung aber Umsatz generieren,“ sagte Vollmer der Berliner Zeitung.