Berlin - In fast allen Landkreisen und kreisfreien Städten in Brandenburg lag die Sieben-Tage-Inzidenz am Freitag unterhalb von 50. Landesweit wurde ein Inzidenzwert von 26,8 Infektionen je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen erreicht. Fast überall werden ab Montag alle Grundschüler wieder zusammen in der Schule unterrichtet.

Am Freitag meldete das Landesgesundheitsministerium 173 neue Corona-Fälle. Am Donnerstag waren es 88, am Mittwoch 3. Im Land sind derzeit geschätzt 2700 Menschen erkrankt, rund 101.600 Personen gelten als genesen. 3720 Menschen sind bisher an oder mit Covid-19 gestorben – seit Donnerstag sind das zehn neue Todesfälle.

Inzidenz muss drei Tage hintereinander unter 50 liegen

Die Ausnahme beim Präsenzunterricht bildet jedoch die kreisfreie Stadt Brandenburg an der Havel, die Sieben-Tage-Inzidenz ist noch zu hoch. Am Freitag seien 65,1 Infektionen auf 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen errechnet worden, sagte Stadtsprecher Jan Penkawa auf Anfrage. Frühestens am Montag könne die Stadt ihre Entscheidung darüber bekannt geben, wann der Präsenzunterricht wieder aufgenommen wird. An drei aufeinanderfolgenden Tagen muss der Wert unter 50 liegen.

Im Landkreis Oberspreewald-Lausitz waren die Werte zuletzt stark gesunken. Nach 25,6 am Freitag gibt es ab Montag an den Grundschulen wieder Normalbetrieb, an weiterführenden Schulen eine Woche später. Im Landkreis Spree-Neiße rücke der Präsenzunterricht in greifbare Nähe, teilte der Landkreis mit. Die Sieben-Tage-Inzidenz habe am zweiten Tag in Folge unter 50 gelegen. Auch am morgigen Samstag müsse er erneut unter der 50er-Marke liegen. Voraussichtlich am Samstag wird für den Landkreis Elbe-Elster bekannt gegeben, wie es ab Montag läuft. Drei Tage hintereinander muss der Wert ununterbrochen unter 50 liegen, damit weitere Lockerungen folgen können.

Jugendliche ab 7. Juni in Impfkampagne einbezogen

Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) sieht angesichts des Endes der Priorisierung bei den Corona-Impfungen am 7. Juni die Ärzte in besonderer Verantwortung. Der Beschluss von Bund und Ländern bedeute nicht, dass es keine Prioritäten mehr gebe, sagte er im RBB-Inforadio. „Ich habe da schon großes Vertrauen, dass die Terminvergabe eben nicht wie ein Lotteriespiel läuft“, sagte Woidke weiter.

Die Hausärzte träfen die Entscheidung nach der zur Verfügung stehenden Impfstoffmenge. Sie nähmen jene Menschen zuerst dran, die besondere Risiken hätten und besonders schnell erkranken könnten. Nach Einschätzung Woidkes ist es richtig, dass Jugendliche ab zwölf Jahren ab 7. Juni mit in die Impfkampagne einbezogen werden. „Wenn es hier beispielsweise Erkrankungen gibt oder besondere Risikofaktoren, dann müssen die jungen Menschen auch mitgeimpft werden.“