Potsdam - Die Corona-Regeln in Brandenburg werden ab Mittwoch drastisch verschärft. So wird es einen Teil-Lockdown für Ungeimpfte geben. Die 2G-Regel wird auf den Einzelhandel ausgeweitet - Ausnahme bilden die Supermärkte und andere Läden des notwendigen Bedarfs. Beschlossen wurden auch Kontaktbeschränkungen in der Öffentlichkeit und zu Hause. Hintergrund sind die steigenden Corona-Infektionszahlen und die schwierige Lage in den Krankenhäusern vor allem im Süden des Landes. Alle drei Wochen verdoppele sich die Zahl der Patienten auf den Intensivstationen, sagte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD). „Wir haben eine schwierige, eine mehr als dramatische Situation in den Brandenburger Krankenhäusern.“

2G-Regel: Der Zutritt nur für Geimpfte und Genesene, der seit einer Woche in Gaststätten, Theatern, Kinos und Konzerthäusern besteht, wird auf den gesamten Einzelhandel sowie Friseurläden, Sportanlagen, Schwimmbäder, Museen, Freizeitparks und Zoos ausgeweitet. Es gibt aber zahlreiche Ausnahmen: Supermärkte, Apotheken, Drogerien, Banken und Sparkassen, Bibliotheken, Blumenläden, der Zeitungshandel und Tankstellen sind von 2G ausgenommen.

3G-Regel: Die von Bund und Ländern vereinbarte Pflicht der 3G-Regel mit dem Zutritt auch für Getestete am Arbeitsplatz sowie in öffentlichen Bussen und Bahnen gilt ab Mittwoch.

Weihnachtsmärkte: Gerade erst standen einige Märkte in den Startlöchern für Glühwein, Lebkuchen und andere Leckereien. Sie sollen jedoch geschlossen werden oder gar nicht erst öffnen.

Kontaktbeschränkungen: Sie kehren zurück – aber für Ungeimpfte. In der Öffentlichkeit sollen sich nach den Plänen nur bis zu fünf Menschen treffen können, dabei werden Geimpfte und Genesene nicht mitgezählt, teilte die Staatskanzlei mit. Diese Obergrenze soll – ebenfalls für Ungeimpfte – auch bei privaten Feiern zu Hause oder in angemieteten Räumen in Gaststätten gelten.

Ausgangsbeschränkung: Für Ungeimpfte gilt ab Donnerstag eine Ausgangsbeschränkung von 22 Uhr bis 6 Uhr, wenn in einem Kreis oder einer kreisfreien Stadt die Sieben-Tage-Inzidenz an drei aufeinander folgenden Tagen über 750 liegt und landesweit der Anteil der Intensivpatienten in Bezug auf die tatsächlich verfügbaren intensivmedizinischen Behandlungskapazitäten den Schwellenwert von mindestens zehn Prozent erreicht.

Maskenpflicht: Sie wird nachgeschärft: Eine medizinische Maske beziehungsweise FFP2-Maske ist immer zu tragen, wenn außerhalb des privaten Raums in geschlossenen Räumen die Einhaltung des Abstandsgebots nicht möglich ist. Bisher war das kein Muss.

Schulen: Die Anwesenheitspflicht an Schulen wird nach Angaben von Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) aufgehoben. Eltern können selber entscheiden, ob das Kind am Unterricht in Präsenz teilnimmt oder zuhause betreut wird, wie der Regierungschef weiter mitteilte. Einzelheiten werden derzeit noch vom Bildungsministerium ausgearbeitet. Die Weihnachtsferien für Brandenburger Schülerinnen und Schüler werden drei Tage früher beginnen, letzter Schultag soll der 17. Dezember sein.

Corona-Lage: Die Zahl der Corona-Fälle steigt weiter deutlich. Am Dienstag waren es 2125 neu registrierte Infektionen nach 954 am Montag. Die Sieben- Tage-Inzidenz stieg im gesamten Land von 570,3 am Vortag auf 600,1. Im Ländervergleich hat das Bundesland damit den vierthöchsten Wert. Nach wie vor verschärft sich vor allem im Süden die Corona-Lage. Dort liegen drei Kreise weiter über 1000 neuen Infektionen je 100.000 Einwohner in sieben Tagen: Oberspreewald-Lausitz (1358,9), Elbe-Elster (1324,6) und Spree-Neiße (1018,5). Aktuell werden 511 Covid-Patienten in Kliniken behandelt nach 455 am Montag. 107 Patienten liegen auf Intensivstationen, 86 von ihnen müssen mit Stand Montag beatmet werden.