Potsdam - In den Brandenburger Impfzentren stehen derzeit ausreichend Impftermine zur Verfügung – der Impflogistikstab im Innenministerium und die Kassenärztliche Vereinigung (KVBB) sehen darin aber keine zunehmende Impfmüdigkeit der Bevölkerung. Mit Stand Donnerstag wurden den Angaben zufolge mehr als zwei Millionen Schutzimpfungen seit Beginn der Impfkampagne verabreicht. Mehr als die Hälfte der Gesamtbevölkerung hat laut den RKI-Zahlen mindestens eine Impfung und fast ein Drittel der Bevölkerung hat den vollständigen Impfschutz.

„Aktuell stellen wir für die Impfzentren fest, dass eine gewisse Zahl von Terminen nicht wahrgenommen wird – die Rate derjenigen, die nicht erscheinen, liegt laut KVBB bei fünf bis zehn Prozent“, erklärte ein Ministeriumssprecher am Freitag. Woran das liege, sei unklar. Sowohl sinkende Inzidenzzahlen als auch der Beginn der Sommerferien könnten Gründe dafür sein. Zudem könnten Impfberechtigte über einen Hausarzt bereits entsprechende Impfungen erhalten haben.

KVBB: Ärzte sind die „tragende Säule“ der Impfkampagne

Ähnlich äußerte sich auch KVBB-Sprecher Christian Wehry. Eine Impfmüdigkeit sieht auch er nicht. Man werde sich die Entwicklung aber anschauen. Faktoren wie die Hitze der vergangenen Tage, aber auch die Wahl, sich in der Arztpraxis impfen zu lassen, könnten bei den freien Terminen eine Rolle spielen.

Die Mehrzahl der Corona-Schutzimpfungen in Brandenburg wird von den niedergelassenen Ärzten im Land durchgeführt. Nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg (KVBB) haben die Vertragsärzte bislang 1,6 Millionen der rund zwei Millionen Impfungen im Land verabreicht. Sie seien damit die „tragende Säule“ der Impfkampagne im Land, wie die KVBB am Freitag mitteilte. „Das Impfen gehört weiterhin in die Hände der Ärzte und muss vor allem in den Arztpraxen erfolgen. Dies beweisen die aktuellen Impfzahlen sehr deutlich“, sagte der Vorsitzende, Peter Noack.

Brandenburg belegt bei den Zweitimpfungen bundesweit den letzten Platz

Landesweit haben 1.290.078 Menschen eine erste Impfung erhalten – das entspricht einem Bevölkerungsanteil von 51,1 Prozent, wie der Impflogistikstab mitteilte. 796.866 Menschen sind demnach vollständig geimpft – das entspricht 31,6 Prozent der Bevölkerung. Im Vergleich mit anderen Bundesländern liegt Brandenburg nach Daten des Robert-Koch-Instituts bei den Erstimpfungen im hinteren Mittelfeld, bei den Zweitimpfungen an letzter Stelle.

Der Ministeriumssprecher wies darauf hin, dass Brandenburgerinnen und Brandenburger aufgrund ihres Berufes auch in anderen Bundesländern geimpft wurden. Diese Zahl müsse dazugerechnet werden. Andere seien wegen einer Covid-19-Genesung und anschließender Booster-Impfung vollständig geschützt. Deshalb könne der Wert noch höher liegen.