PotsdamIn Brandenburg gelten inzwischen zwölf Landkreise und alle vier kreisfreien Städte als Corona-Hotspots. Bis auf Barnim und Oberhavel lagen am Sonntag alle Landkreise oberhalb der kritischen Marke von 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche. Dies galt am Sonntag auch für die Städte Potsdam, Cottbus und Brandenburg/Havel.

Frankfurt (Oder) hatte seit einer Woche ebenfalls über der 200er-Marke gelegen und rutschte am Sonntag mit 195,7 knapp darunter. Dennoch gehört die Stadt weiter zu den insgesamt 16 der 18 Brandenburger Kommunen, für die nach der neuen Eindämmungsverordnung seit Sonnabend besonders scharfe Corona-Beschränkungen gelten. Am Wochenende überschritt die 7-Tage-Inzidenz in den Landkreisen Teltow-Fläming und Märkisch-Oderland die kritische Marke.

Nach dem Beschluss der Landesregierung vom Freitag sind für Bürger dieser Landkreise und kreisfreien Städte touristische Reisen und Sport außerhalb eines Radius von 15 Kilometern um den Landkreis oder die Stadt verboten. „Eine Unterschreitung des Inzidenz-Wertes innerhalb eines Gesamtzeitraums von fünf Tagen ist unbeachtlich“, heißt es dazu in der Verordnung.

Polizei soll nun noch strenger kontrollieren

Die Polizei kündigte deshalb strenge Kontrollen an. Diese würden stichprobenartig vorgenommen, sagte der Sprecher des Polizeipräsidiums, Torsten Herbst. Wenn die Betroffenen dabei keine triftigen Gründe für ihren Aufenthalt am Ort der Kontrolle darlegen könnten, würden Anzeigen gestellt und die Reisenden zurückgeschickt.

Dazu stellte der zuständige Landesbetrieb eine interaktive Karte bereit. Auf dem Kartennavigator Brandenburgviewer könne im Internet jeder Bürger sehen, wie weit der Bewegungsradius aus dem betroffenen Landkreis oder der kreisfreien Stadt reiche, teilte der Betrieb Landesvermessung und Geobasisinformation (LGB) mit. Dafür müsse im Menü der Kartenebenen der neue Punkt „Corona: 15-Kilometer-Grenze“ angeklickt werden.

Dort wird für jeden Landkreis und jede kreisfreie Stadt die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz sowie der erlaubte Bewegungsradius angezeigt. So reicht der Radius für Bürger aus Potsdam im Osten bis Berlin-Mitte, im Süden bis Beelitz, im Westen bis Groß Kreutz (Potsdam-Mittelmark) und im Norden bis Schönwalde-Glien (Havelland).

Größter Corona-Hotspot: Landkreis Spree-Neiße

Der größte Corona-Hotspot blieb am Wochenende der Landkreis Spree-Neiße mit einer 7-Tage-Inzidenz von 568,9. Der Landrat von Spree-Neiße, Harald Altekrüger (CDU), zeigte sich sehr besorgt. „Die Belastung der Krankenhäuser in Spremberg, Forst und Guben ist auf Dauer nicht zu verantworten: Mehrfach mussten Patientinnen und Patienten bereits nach Berlin verlegt werden, da unsere regionale Kapazität erschöpft ist“, sagte er.

Der Landkreis habe dennoch beschlossen, die Kitas offen zu halten, sagte Altekrüger. „Damit es dabei bleiben kann, appelliere ich jedoch erneut an die Bürgerinnen und Bürger, sich streng an die geltenden Schutzmaßnahmen zu halten“, sagte er. „Es zählt weiterhin jeder Tag, an dem wir Neuerkrankungen eindämmen können.“

Unterdessen hatte die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Erkrankung an Covid-19 am Sonnabend innerhalb eines Tages einen neuen Höchststand erreicht. Das Gesundheitsministerium meldete am Sonnabend 63 weitere Todesfälle. Am Sonntag kamen 18 Sterbefälle hinzu. Die Gesamtzahl dieser Todesfälle seit Beginn der Pandemie stieg auf 1490. Die Zahl der registrierten Neuinfektionen stieg nach Angaben des Ministeriums am Wochenende um gut 1800 Fälle.

Aktuell mit dem Coronavirus infiziert waren am Sonntag 17.660 Menschen, auch dies war ein neuer Höchststand.