Potsdam - In Brandenburg ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche erstmals wieder über die 100-er Marke geklettert. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums lag der Wert am Freitag bei 100,7. Am Donnerstag hatte die Sieben-Tage-Inzidenz landesweit noch 90,6 betragen.

Der Landkreis Elbe-Elster lag mit rund 224 Ansteckungen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche den zweiten Tag in Folge über der kritischen Marke von 200. Am Donnerstag hatte der Wert rund 203 betragen. Vier Landkreise und die kreisfreie Stadt Cottbus haben den Inzidenzwert von 100 überschritten. Dort sollen laut Verordnung zusätzliche Gegenmaßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus getroffen werden. Der Kreis Oberspreewald-Lausitz (169,1) und Cottbus (163) nähern sich dem Wert von 200. Auch die Landkreise Oberhavel (143,3), Oder-Spree (115,2) und Teltow-Fläming (108,8) liegen über dem Inzidenzwert 100.

Brandenburg: Zwölf neue Corona-Todesfälle

Auch die Zahl der neuen Ansteckungen mit dem Coronavirus stieg innerhalb eines Tages weiter an – von 489 auf 658. Die Zahl der Todesfälle nahm um zwölf zu. Erkrankt sind 4508 Menschen – ein Anstieg von 416 im Vergleich zum Vortag. Die Zahl der bisher durchgeführten Corona-Schutzimpfungen stieg um etwa 9000 auf insgesamt rund 295.000. Davon wurden rund 211.000 Menschen das erste Mal geimpft, etwa 84.000 erhielten bereits eine zweite Impfung.

Landrat: Corona-Kritiker tragen zum Problem bei

Der Landrat des Brandenburger Landkreises Elbe-Elster, Christian Heinrich-Jaschinski (CDU), sieht Kritiker der Corona-Beschränkungen als mögliche Ursache für den Anstieg der Infektionszahlen. „Im Landkreis haben wir Tendenzen von Querdenkern, Reichsbürgern und Coronaleugnern unterschiedlicher Couleur“, sagte er der Märkischen Allgemeinen. „Das macht die Sache schwerer und ist sicher auch Teil der Erklärung für die hohen Zahlen.“

Auf die Frage nach einem Zusammenhang zu AfD-Wählern sagte er: „Ich würde es nicht nur auf die AfD herunterbrechen.“ In einigen Regionen im Kreis habe es seit Pandemiebeginn Aktionen gegen die Eindämmungsmaßnahmen gegeben. „Maskenanordnungen wurden von etlichen Leuten grundsätzlich negiert. Ärzte stellten fragwürdige Atteste aus.“

Der Landkreis Elbe-Elster ist der Hotspot der neuen Ansteckungen pro 100.000 Einwohner in einer Woche in Brandenburg. Diese Sieben-Tage-Inzidenz lag am Freitag den zweiten Tag hintereinander bei über 200. Nach der bisherigen Corona-Verordnung des Landes muss der Kreis bei einem Wert über 200 an drei Tagen hintereinander die jüngsten Lockerungen wie Öffnung von Geschäften und Museen mit Termin zurücknehmen.

Das Kabinett hatte allerdings am Donnerstag vereinbart, dass die schärferen Regeln ab Montag bereits ab einem Inzidenzwert von 100 an drei aufeinanderfolgenden Tagen greifen sollen. Heinrich-Jaschinski hatte in der vergangenen Woche schärfere Reglungen bei einem Wert über 100 jedoch abgelehnt. Nach der noch geltenden Verordnung sollen Kreise in dem Fall mehr Schutzmaßnahmen ergreifen.