Potsdam - Das Brandenburger Kabinett will über längere und schärfere Beschränkungen zum Schutz vor dem Coronavirus beraten. Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) warb am Dienstagabend für die Vereinbarungen von Bund und Ländern, nach denen der Lockdown vorerst bis zum 31. Januar verlängert und in einzelnen Bereichen verschärft werden soll. Ob Brandenburg die Regeln eins zu eins umsetzt, war zunächst offen.

Nach einer Diskussion mit dem Kabinett und Landräten am Dienstag werde die Regierung nochmals intern beraten, teilte Regierungssprecher Florian Engels mit. Entgegen der bisherigen Planung solle am Mittwoch noch kein abschließender Beschluss fallen. Nun sei vorgesehen, dass am Donnerstag über die Verordnung entschieden wird. Offen war zunächst, warum es zu der längeren Beratung kommt.

Die Regierungschefs von Bund und Ländern einigten sich unter anderem darauf, dass private Treffen neben dem eigenen Haushalt nur mit maximal einer weiteren Person aus einem anderen Haushalt möglich sein sollen – nicht mehr mit höchstens fünf Menschen aus bis zu zwei verschiedenen Haushalten außer Kindern bis 14 Jahren.

Theater und Kinos bis 31. Januar geschlossen

In Landkreisen mit mehr als 200 neuen Corona-Infektionen in einer Woche pro 100.000 Einwohner soll der Bewegungsradius auf 15 Kilometer um den Wohnort beschränkt werden, wenn kein triftiger Grund wie die Fahrt zur Arbeit oder zum Arzt vorliegt. Touristische Tagesausflüge wären dann tabu. In Brandenburg haben derzeit Dahme-Spreewald, Elbe-Elster, Oberspreewald-Lausitz, Oder-Spree, Ostprignitz-Ruppin, Prignitz und Spree-Neiße sowie die kreisfreien Städte Cottbus, Potsdam und Frankfurt (Oder) solch hohe Werte über 200.

Der Landkreis Elbe-Elster zeigte sich offen für die Regelung, schätzte die Kontrollen aber als schwierig ein. Das sei sicher ein Punkt, über den man sprechen müsse, sagte Kreissprecher Torsten Hoffgaard über die Beschränkung. Die Infektionszahlen seien bislang nicht zurückgegangen. Aber: „Das Personal ist begrenzt“, sagte Hoffgaard. Er hoffe auf die Einsichtsfähigkeit der Menschen, „dass die Leute noch mal in sich gehen und noch mal eine Kraftanstrengung leisten, um die Infektionszahlen runter zu bekommen“.

Mit der Verlängerung des Lockdowns würden viele Läden sowie die Theater und Kinos mindestens bis zum 31. Januar geschlossen bleiben; auch die Ausgangsbeschränkung würde weiter gelten. Seit Montag sind Schulen für den Unterricht geschlossen, Schüler lernen zu Hause – ausgenommen Abschlussklassen und Förderschulen. Für Kinder von Eltern wichtiger Berufsgruppen gibt es eine Notbetreuung.