PotsdamDie beiden größten Krankenhäuser in der brandenburgischen Landeshauptstadt haben um Unterstützung bei der Behandlung von Corona-Patienten gebeten. Die Stadt Potsdam schrieb auf Twitter, das Klinikum Ernst von Bergmann und das St. Josefs-Krankenhaus würden Helferinnen und Helfer, Studierende der Medizin, ausgebildete Pflegekräfte, Notfallsanitäter und Rettungsassistenten suchen, „die sich mit uns gegen das Coronavirus stellen“. 

„Jede helfende Hand wird gebraucht“, hieß es auf der Internetseite der Landeshauptstadt. Potsdam rief am Freitag einen sogenannten Massenanfall von Erkrankten aus. Damit kann die Koordination besser gesteuert werden; es ist die letzte Stufe vor dem Katastrophenfall. Potsdams Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) rechnet mit einer weiteren Verschlimmerung der Lage. „Die aktuelle Situation in den Krankenhäusern ist nur der Blick in den Rückspiegel. Wir haben jetzt so viele aktuelle Neuinfektionen, dass es tatsächlich sehr eng wird“, sagte Schubert der Märkischen Allgemeinen.

Schubert schlug vor, dass Sanitätskräfte der Bundeswehr, die in Berlin stationiert sind, auch in Brandenburg aushelfen: „Damit wäre uns eher geholfen als mit Menschen ohne medizinische Vorbildung.“ Die Lage im Klinikum Niederlausitz in Senftenberg im Landkreis Oberspreewald-Lausitz gilt unterdessen weiter als angespannt. Die steigenden Zahlen von Covid-19-Patienten seien nur durch Verlegungen zu bewältigen, hatte das Klinikum am Freitag mitgeteilt. Zwölf der 16 Intensivbetten seien mit Covid-19-Patienten belegt. Bisher waren Patienten unter anderem nach Berlin und Frankfurt (Oder) verlegt worden.

Im Carl-Thiem-Klinikum in Cottbus werden derzeit 57 Patienten behandelt, die an Covid-19 erkrankt sind, davon 17 auf der Intensivstation. Die Zahlen seien trotz einer Verlegung von Patienten anhaltend hoch, teilte die Stadt am Samstag mit. Berlin hatte zuvor 51 Erkrankte aufgenommen.