Potsdam - Tausende Autofahrer sind am Mittwoch auf Brandenburger Straßen zu schnell gefahren. 5844 Geschwindigkeitsverstöße registrierte die Polizei beim 24-stündigen Verkehrsaktionstag „Speedmarathon“, wie die Behörde am Donnerstag mitteilte. Durchschnittlich alle 15 Sekunden habe irgendwo in Brandenburg jemand die Geschwindigkeitsbegrenzung überschritten, fasste ein Polizeisprecher zusammen. Das sei „schon ordentlich“. Die europaweite Aktion am Mittwoch sollte auf Gefahren und Folgen von zu schnellem Fahren aufmerksam machen.

Den Angaben zufolge kontrollierten 393 Einsatzkräfte an 215 Orten in Brandenburg, ob Höchstgeschwindigkeiten überschritten wurden. Geprüft wurde innerhalb und außerhalb von Ortschaften, an besonders schutzwürdigen Orten wie Schulen, Kitas und Seniorenheimen, auf Kreis-, Landes- und Bundesstraßen sowie auf Autobahnen.

Die Polizei nannte einzelne Beispiele von besonders auffälligen Verstößen. So sei ein Autofahrer in Fredersdorf (Landkreis Märkisch-Oderland) mit 70 Kilometern pro Stunde auf einer Straße gefahren, auf der maximal 30 erlaubt waren. Vor einer Kita in Potsdam erfassten Einsatzkräfte eine Autofahrerin mit einem Handlasermessgerät, die 24 Kilometer pro Stunde zu schnell unterwegs gewesen sein soll.

Bei den Kontrollen bemerkten die Einsatzkräfte aber auch zahlreiche andere Verkehrsverstöße. In Lübbenau (Landkreis Oberspreewald-Lausitz) fuhr ein 40-Jähriger sein Auto laut Polizei ohne Fahrerlaubnis, dafür aber mit 1,63 Promille Alkohol im Blut. Andere Autofahrer telefonierten am Steuer, überholten im Überholverbot, missachteten Ampeln oder fuhren ohne Sicherheitsgurt.

Überhöhte Geschwindigkeit ist eine der häufigsten Unfallursachen auf Brandenburgs Straßen. Nach Angaben der Polizei starben im vergangenen Jahr 64 Verkehrsteilnehmer bei einem Unfall, weil sie zu schnell unterwegs waren.

Den „Speedmarathon“ koordiniert das europäische Verkehrspolizei-Netzwerk ROADPOL. 29 Staaten beteiligten sich an der Aktion. In Deutschland nahmen laut den Organisatoren alle Bundesländer teil, doch nur in etwa zehn sei es ein sogenannter Sondereinsatz gewesen, bei dem über das normale Maß hinaus geprüft wurde.