Potsdam - Die Brandenburger Landesregierung will das Reisen in der Corona-Pandemie für Verbraucher finanziell sicherer machen. Die von Flug- und Reiseanbietern geforderte Vorkasse belaste viele Verbraucherinnen und Verbraucher zusätzlich, teilte Verbraucherschutzministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) anlässlich des Weltverbrauchertages am Montag mit. Außerdem sei die Absicherung für Insolvenz nicht ausreichend. Brandenburg setze sich im Bundesrat für eine Insolvenzsicherung über Reisesicherungsfonds und eine Überprüfung der Vorkasse-Praxis durch den Bund ein.

Der Chef der Verbraucherzentrale Brandenburg, Christian Rumpke, kritisierte in der gemeinsamem Mitteilung, viele Reiseveranstalter und Airlines zahlten Geld vorfinanzierter Reisen, die nicht stattfanden, nicht oder stark verspätet zurück. Der Beratungsbedarf der Brandenburger bei der Verbraucherzentrale war im Corona-Jahr 2020 um zehn Prozent größer als im Jahr zuvor, vor allem gab es mehr Fragen zum Reisen – ihr Anteil stieg von vier auf 20 Prozent.

Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hofft, dass er trotz Corona wie jedes Jahr im Sommer mit der Familie an die Ostsee fahren kann. „Ich hoffe, dass sich die Lage bis dahin entspannt“, sagte er der Märkischen Allgemeinen.