Potsdam - Die Corona-Infektionszahlen steigen in Brandenburg so stark, dass eine Nachverfolgung aller Kontaktpersonen von Infizierten nach Angaben der Landesregierung nicht mehr möglich ist. Das Gesundheitsministerium empfahl den Landkreisen und kreisfreien Städten am Donnerstag, stärker Prioritäten bei der Kontaktverfolgung und der Überwachung von Quarantäne zu setzen.

Das Ministerium riet, dass nur noch die engsten Kontaktpersonen nachverfolgt werden. Vorrang sollen Ausbrüche in Krankenhäusern, Praxen und Pflegeheimen haben, danach gehe es um Ausbrüche in Kitas, Schulen und Horten. „Die derzeitige diffuse Infektionslage ist sehr ernst und besorgniserregend“, sagte Gesundheitsstaatssekretär Michael Ranft. 165 Soldatinnen und Soldaten seien zur Hilfe im Einsatz.

„Das Infektionsgeschehen spielt sich insbesondere in der Gruppe der Ungeimpften und der über 70-Jährigen mit noch ausstehender Auffrischimpfung ab“, heißt es in dem Schreiben an die Landräte und Oberbürgermeister, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. In Brandenburg liegt die Sieben-Tage-Inzidenz – der Wert neuer Corona-Infektionen je 100.000 Einwohner in einer Woche – bei knapp 466. Das ist der vierthöchste Wert im Ländervergleich.