Potsdam - Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen verschärft Brandenburg die Corona-Regeln wieder. Wie Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) am Donnerstag ankündigte, werden die Lockerungen ab Montag in solchen Regionen zurückgenommen, in denen die Sieben-Tage-Inzidenz drei Tage hintereinander über 100 liegt. Bislang hatte ein Wert von 200 gegolten, da Brandenburg die von Bund und Ländern vereinbarte Inzidenz-Notbremse von 100 nicht in seine Verordnung geschrieben hatte.

Dann müssen viele Geschäfte sowie Museen und Bibliotheken wieder schließen, private Treffen werden auf einen Haushalt plus einer weiteren Person beschränkt. Auch der Sport im Freien wird wieder begrenzt, der Kindersport wird untersagt. Bau- und Gartenmärkte, Blumenläden und Kosmetikstudios bleiben geöffnet, Gaststätten zu. Schulen sollen für den Wechselunterricht bis Ostern offen bleiben.

Die neuen Regelungen sollen am Freitag formell beschlossen werden. Die jüngsten Öffnungen sollen dort rückgängig gemacht werden, wo es notwendig sei, so Woidke. „Wir wollen damit in diesen Landkreisen die Infektionsdynamik brechen.“ Weitere Öffnungsschritte in Brandenburg seien derzeit nicht möglich.

Landkreis Elbe-Elster hat die höchste Inzidenz in Brandenburg

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Brandenburg liegt derzeit bei 90,6. Besonders hohe Werte gibt es allerdings in den Landkreisen Elbe Elster (203,3) und Oberspreewald-Lausitz (171,9). Auch die Landkreise Oberhavel, Oder-Spree und Teltow-Fläming sowie die Stadt Cottbus liegen über der Grenze von 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche.

Der Landkreis Elbe-Elster hatte am Donnerstag bereits die Corona-Maßnahmen wieder verschärft. Demonstrationen seien ab sofort untersagt, teilte der Landkreis am Donnerstag in Herzberg mit. Nach drei Tagen mit einem Inzidenzwert über 200 sollen private Treffen eingeschränkt werden und viele Geschäfte schließen. Schülerinnen und Schüler von Ober- und Gesamtschulen sowie Gymnasien sollen dann wieder in Heimunterricht gehen. Die Stadt Cottbus entschied, dass Schülerinnen und Schüler sowie Kita-Kinder ab einem Jahr einmal pro Woche verpflichtend einen Corona-Test machen, Kita-Mitarbeiter sowie Lehrerinnen und Lehrer zweimal pro Woche.