Potsdam - Der ehemalige NPD-Kommunalpolitiker Maik Schneider und zwei Komplizen sind nach der Brandstiftung an einer Sporthalle im brandenburgischen Nauen (Landkreis Havelland) 2015 zu Schadenersatz in Millionenhöhe verurteilt worden. Die Ostdeutsche Kommunalversicherung fordert knapp 2,9 Millionen Euro. Das Potsdamer Landgericht erklärte am Dienstag, es stehe fest, dass die Beklagten die Turnhalle angezündet hätten. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Revision ist noch möglich. In den kommenden 30 Jahren kann die Forderung des Versicherers vollstreckt werden.

Zudem verurteilte das Landgericht Potsdam den ehemaligen NPD-Politiker in einem Revisionsprozess zu einer Haftstrafe von acht Jahren und drei Monaten. „Die Taten sind von erheblicher krimineller Energie gekennzeichnet“, sagte der Vorsitzende Richter Bodo Wermelskirchen am Montag bei der Urteilsverkündung

Schneider und weitere Komplizen haben nach Überzeugung des Gerichts vor knapp sechs Jahren die Halle in Brand gesetzt. Dort sollten vorübergehend etwa 150 Flüchtlinge untergebracht werden. Der Wiederaufbau kostet laut BGH rund 3,9 Millionen Euro. Dafür und für weitere rechtsextremistisch motivierte Taten hatte das Gericht Schneider zu einer Gesamtstrafe von neun Jahren und einem Monat verurteilt.