Nach einem vorübergehenden Rückgang haben die rassistischen Straftaten in Brandenburg im vergangenen Jahr wieder deutlich zugenommen. Nach vorläufigen Angaben registrierte die Polizei im Vorjahr 200 Delikte, 87 mehr als 2020, wie aus den Antworten des Innenministeriums in Potsdam auf Anfragen der Landtagsabgeordneten Andrea Johlige (Linke) hervorgeht. 2019 hatte es noch 210 derartige Vorfälle gegeben.

Dagegen nahm die Zahl der Angriffe auf Flüchtlinge und ihre Unterkünfte, die in einer gesonderten polizeilichen Statistik geführt werden, abermals ab. Laut Ministerium ereigneten sich im vergangenen Jahr 170 Delikte, 39 weniger als 2020. Im Jahr 2019 hatte die Polizei noch 268 Fälle gemeldet.

Mehr Körperverletzungen

Eine Zunahme der Körperverletzungen von 37 auf 47 Fälle gab es im Jahresvergleich auch bei den Angriffen auf Flüchtlinge. Dagegen gingen die Beleidigungen und Bedrohungen von 76 auf 58 zurück. Die Polizei meldete auch weniger Propagandadelikte, die Zahl verringerte sich von 79 auf 54.

Bei den rassistisch motivierten Straftaten haben sich Delikte von Körperverletzungen nach einer Übersicht Johliges im Vorjahr im Vergleich zu 2020 von zehn auf 15 erhöht. Mit einem Anstieg von 27 auf 52 Fälle haben sich Beleidigungen, Bedrohungen und Nötigungen mehr als verdoppelt. Nach den Angaben stieg auch die Zahl der Propagandadelikte von 71 auf 124.

Die Angaben für die verschiedenen Straftaten des vergangenen Jahres sind nur vorläufig. Durch die polizeilichen Ermittlungen kann es zu Nachmeldungen für einzelne Quartale kommen.