Ein Rind in einem Tiertransporter.
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PotsdamNach Bekanntwerden von erneuten Missständen bei langen Tiertransporten in Drittstaaten werden aus Landkreisen in Brandenburg vorerst keine Tiere mehr dorthin geliefert. Das teilte das Verbraucherministerium am Freitag laut der Deutschen Presse-Agentur mit. Bis zur Klärung der erhobenen Vorwürfe werden in Abstimmung mit dem Ministerium die Landkreise Oberspreewald-Lausitz, Teltow-Fläming und Prignitz keine Rindertransporte in Drittstaaten mehr abfertigen, hieß es in einer Mitteilung.

Als Drittstaaten gelten in der Regel Länder außerhalb der Europäischen Union. Diese Missstände würden nicht hingenommen, erklärte Brandenburgs Verbraucherschutzministerin Ursula Nonnemacher (Grüne). „Transporteure müssen das Tierwohl bei Transporten nachweislich sicherstellen. Ansonsten sind keine Tiertransporte möglich.“

Brandenburg hat dem Ministerium zufolge bereits im März mit einem Erlass die Anforderung an die Abfertigung von langen, grenzüberschreitenden Tiertransporten verschärft. Unter anderem sei die Prüfung von Tiertransporten durch die Veterinärämter verschärft worden. Zudem wurde erlassen, Anmeldungen zu Transporten auf Routen, bei denen Zweifel über die Angaben der Transporteure zu Versorgungsstellen bestehen, nicht abzufertigen. Wenn Fakten und Daten, die für die Zertifizierung und Rückverfolgung erforderlich sind, nicht plausibel erscheinen, dann gebe es keine Erlaubnis.

Die internationale Tierschutzstiftung Vier Pfoten begrüßte die Entscheidung als längst überfälligen Schritt. Brandenburg gehöre zu den Ländern, die in großem Umfang Tiertransporte in tierschutzrechtliche Hochrisikostaaten abfertigten.