Potsdam - Nach Tierquälerei-Vorwürfen gegen einen Brandenburger Putenmastbetrieb im Landkreis Ostprignitz-Ruppin wird der Vorgang laut Landesverbraucherschutzministerium geprüft. Nach Bekanntwerden der tierschutzwidrigen Missstände sei die Wiederbelegung der Ställe vorübergehend untersagt sowie die Wiederbelegung an tierschutz- und tierseuchenrechtliche Auflagen gebunden worden, teilte das Ministerium auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit.

Die Auflagen seien mittlerweile erfüllt, so das Ministerium weiter: Der erste Stall könne in dieser Woche wieder mit Küken belegt werden. Die Tierhaltung werde regelmäßig durch die zuständige Behörde überwacht, die Kontrollen seien inzwischen verstärkt worden. Die Tierschutz-Organisation Animal Rights Watch (Ariwa) hatte zuvor Videomaterial aus zwei Putenmast-Anlagen in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern veröffentlicht, über die das Nachrichtenmagazin Der Spiegel berichtet hatte.

Eine Strafanzeige sei gestellt worden, da aufgrund des Bildmaterials davon ausgegangen werden müsse, dass den Tieren aus Rohheit erhebliche Schmerzen zugefügt wurden, hieß es. Über die Existenz der Aufnahmen sei das Veterinäramt des Landkreises erst am Dienstag informiert worden, teilte Simone Heiland mit, Leiterin des Amtes für Verbraucherschutz und Landwirtschaft und Amtstierärztin.

Mitarbeiter soll freigestellt worden sein

Bereits im Dezember sei das vollständige Videomaterial angefordert worden, so Heiland. Die Auswertung nehme nun einige Zeit in Anspruch. Allgemein gebe es in den Putenmastanlagen im Landkreis regelmäßig Routinekontrollen: entweder unangekündigt oder nur sehr kurzfristig angekündigt. Die letzten beim betroffenen Gut  Jäglitz GmbH und Co. Agrar KG in Roddahn gab es den Angaben zufolge am 6. und 9. November 2020. Dabei sollen keine Anzeichen für Verstöße gegen das Tierschutzgesetz festgestellt worden sein.

Die Videoaufnahmen eines Mitarbeiters, der auf Tiere einschlage, seien erschreckend, teilte der Betreiber des Guts  mit. Der Mitarbeiter sei verwarnt sowie freigestellt worden und nicht mehr für die Tierbetreuung zuständig: „Das gezeigte Fehlverhalten des Mitarbeiters macht uns in höchstem Maße betroffen und traurig.“