Potsdam - Die Pläne von Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) zum Ausbau der Windkraft für mehr Öko-Strom stoßen auf Gegenwind – auch innerhalb der Koalition. Der Brandenburger CDU-Spitzenkandidat für die Bundestagswahl, Jens Koeppen, warf Steinbach am Donnerstag hilflosen Aktionismus vor. „Wer immer noch nicht begriffen hat, dass wir unseren Energiebedarf nicht annähernd allein aus heimischer Wind- und Solarenergie decken können, wird an der Energiewende scheitern“, teilte der Bundestagsabgeordnete mit. Wind und Sonne könnten nur ein Teil der Lösung sein. „So werden wir die Akzeptanz vieler Brandenburger für die Energiewende nicht zurückgewinnen.“

Der Wirtschaftsminister hatte angekündigt, er wolle in der Energiestrategie 2040 die Ausbauziele für Wind- und Solarenergie erhöhen. Das werde auch zu einer Erhöhung des prozentualen Flächenbedarfs für Windenergieanlagen führen, sagte er der Märkischen Allgemeinen. Als Ziel gab Steinbach aus, Brandenburg bis 2045 klimaneutral zu machen – das heißt, dann sollen nur noch so viele Treibhausgase ausgestoßen werden wie gebunden werden können. Die Strategie soll bis zum Jahresende vorliegen.

Steinbach: Bisher vereinbarter Windkraftausbau reicht nicht aus

Der von SPD, CDU und Grünen 2019 vereinbarte Windkraftausbau bis 2030 wird laut Steinbach deutlich zu wenig sein. Die Leistung soll laut Koalitionsvertrag bis 2030 auf 10.500 Megawatt steigen. Brandenburg hatte Ende Juni eine Windkraftleistung von rund 7600 Megawatt, etwa so viel wie Nordrhein-Westfalen und Sachsen zusammen, wie aus Zahlen der Deutschen Windguard hervorgeht.

Die oppositionelle Landtagsfraktion von BVB/Freie Wähler verwies darauf, dass die Notwendigkeit neuer Reservekraftwerke wegen der Wetterabhängigkeit von Solar- und Windenergie außer Frage stehe. Ein Gutachten zur Energiestrategie 2040, das die Landesregierung in Auftrag gegeben habe, beantworte aber die Frage nach Standort und Leistung dieser Kraftwerke nicht.