Bratislava: Betrunkener Autofahrer tötet fünf Menschen an Bushaltestelle

Ein hoher Sportfunktionär des Landes soll im Rausch mit dem Auto in eine Bushaltestelle gefahren sein. Dabei erfasste der Wagen zehn Menschen. 

Polizisten sichern an der Unfallstelle Beweismittel.
Polizisten sichern an der Unfallstelle Beweismittel.dpa/Martin Baumann

Ein Auto ist im Zentrum der slowakischen Hauptstadt Bratislava in eine Bushaltestelle gefahren - mindestens fünf Menschen sind dabei gestorben. Ein Patient schwebe noch in Lebensgefahr, teilte die Polizei am Montagnachmittag mit. Bei vier weiteren Verletzten stuften die Ärzte den Gesundheitszustand als nicht mehr kritisch ein. Bei dem Unglück in der Nacht zum Montag starben demnach vor allem Studierende, die mit dem Bus in ihre Internate fahren wollten. Laut Polizei war der Fahrer alkoholisiert.

An der Haltestelle am Rande der historischen Altstadt hatten sich nach Polizei-Angaben zahlreiche Menschen befunden, die auf Linienbusse in Richtung des südlich der Donau gelegenen bevölkerungsreichsten Stadtteils Petrzalka warteten. Auf Fotos von der Unfallstelle war zu sehen, wie sich Rettungskräfte um Verletzte kümmerten. Die Bushaltestelle war weiträumig abgesperrt.

Polizisten stehen neben dem Unfallwagen.
Polizisten stehen neben dem Unfallwagen.dpa/Martin Baumann

Unfallverursacher beleidigt Polizisten und Rettungskräfte

Der slowakische Polizeipräsident Stefan Hamran und Innenminister Roman Mikulec bestätigten Medienberichte, wonach der Autofahrer alkoholisiert gewesen sei. Ein Test habe 1,69 Promille Alkohol im Blut ergeben. Nach dem Unfall habe er sich obendrein aggressiv gegenüber Polizisten und Rettungskräften verhalten. Er wurde festgenommen. Den Berichten zufolge handelt es sich bei dem Mann um einen hohen Sportfunktionär. Sein Verband bestätigte dies nicht direkt, bedauerte das Geschehen aber in einer von der Nachrichtenagentur TASR veröffentlichten Erklärung.

Präsidentin Zuzana Caputova verband ihre Beileidserklärung mit dem Aufruf, beim Autofahren auf Alkohol zu verzichten, um nicht Unglück und Trauer zu verursachen. Auch andere Politiker sprachen in ihren Beileidserklärungen eine Alkoholisierung des Fahrers an.

Finanzminister Igor Matovic kündigte als Konsequenz aus dem Vorfall eine Gesetzesinitiative an, um Strafen für Alkohol am Steuer drastisch zu erhöhen. So sollten Autofahrer, die mit mehr als einem Promille Alkohol erwischt würden, ihr Auto dem Staat übergeben müssen. Der konservativ-populistische Matovic ist Chef der größten Regierungspartei Olano, deshalb haben seine Forderungen Gewicht.