StuttgartDer bekannte Chorleiter Gotthilf Fischer ist tot. Er starb bereits am Freitag im Alter von 92 Jahren in Stuttgart, wie seine Managerin Esther Müller der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart am Mittwoch bestätigte. Fischer sei „friedlich eingeschlafen“, so die Managerin gegenüber der Bild-Zeitung.

Geboren wurde Fischer am 11. Februar 1928 in Plochingen, 20 Kilometer westlich von Stuttgart. Sein Vater war Zimmermeister und Hobbymusiker. Mit 14 gründete er seinen ersten Chor, nach Kriegsende übernahm der Autodidakt im Alter von 17 Jahren die Leitung des Gesangvereins Concordia in Deizisau, später wurde er Leiter weiterer Gesangvereine. Bundesweit lernte das Fernsehpublikum die Fischer-Chöre 1969 in der ZDF-Sendung „Dreimal neun“ mit TV-Moderator Wim Thoelke kennen.

Bald darauf erschien die erste Schallplatte. Der Weg zum ersten Millionenauftritt war geebnet: Vor dem Endspiel der Fußball-Weltmeisterschaft 1974 in München ließ Gotthilf Fischer einen Chor von 1500 Menschen auf dem Rasen des Olympiastadions „Eviva España“ anstimmen. Es folgten Hunderte TV-Auftritte und seine eigene Sendung „Sing mit den Fischer-Chören“.

Seit 2008 war Fischer Witwer, seine Frau Hilde starb im Alter von 89 Jahren nach 59-jähriger Ehe. Sie hatte 1949 einen Sohn mitgebracht, gemeinsam bekamen sie zwei Kinder.

Es gab auch eine Zeit eher irritierender Schlagzeilen. Bei der Loveparade 2000 machte Fischer Bekanntschaft mit der Modedroge Ecstasy, er sprang medienwirksam mit dem Fallschirm ab und besuchte den „Big Brother“-Container.