BerlinIn Berlin ist der erste Fall der neuen Coronavirus-Variante aus Großbritannien nachgewiesen worden. Das teilte die Senatsgesundheitsverwaltung am Freitag mit. Die betroffene Person und weitere erkrankte Kontaktpersonen seien inzwischen genesen, heißt es. Der Patient soll sich zuvor in Großbritannien aufgehalten haben.

Zurzeit werde dem Verdacht nachgegangen, dass es vor der Isolierung der erkrankten Person zwei mögliche weitere Kontaktpersonen gegeben haben könnte, hieß es aus der Gesundheitsverwaltung weiter.

Nach einem Bericht des Tagesspiegel kam der erste bestätigte Fall durch einen Familienbesuch zu Weihnachten zustande. Demnach brachte ein Student das Virus aus Großbritannien mit, als er zu seinen Angehörigen in Steglitz-Zehlendorf reiste. Das sagte die Gesundheitsstadträtin des Bezirks, Carolina Böhm (SPD), dem Tagesspiegel. In der Familie griff das Virus demnach schnell um sich. Es habe nur einen Tag gedauert, „dann waren alle krank, das ging ziemlich schnell“, sagte Böhm. Im Gesundheitsamt wird die Ansteckungsgefahr des mutierten Virus mit den Windpocken verglichen: „Hat es einer, haben es alle.“

Die neue Mutation war erstmals im Südosten Englands entdeckt worden. Erste Studien legen nahe, dass die Variante B.1.1.7 um 40 bis 70 Prozent ansteckender sein könnte als die bisher bekannte. Besonders außerhalb von Großbritannien fehlt es allerdings noch an Daten zu der Mutation.

Erstmals war die Corona-Mutation aus England in Deutschland an Heiligabend nachgewiesen worden. Betroffen war eine Frau in Baden-Württemberg, die aus Großbritannien eingereist war. In weiteren Bundesländern wurden inzwischen entsprechende Fälle festgestellt.