Senftenberg - Mit strikten Maßnahmen will der Landkreis Oberspreewald-Lausitz die weiter steigenden Infektionszahlen stoppen. Ab kommendem Montag gelten in dem südlichen Kreis an der Grenze zu Sachsen nächtliche Ausgangsbeschränkungen zwischen 20 Uhr und 5 Uhr, wie Landrat Siegurd Heinze (parteilos) am Mittwoch mitteilte. Die Menschen sollen in diesem Zeitraum zuhause bleiben. Einzelsport wie Joggen sei erlaubt.

Weiterführende Schulen bleiben vom kommenden Montag an bis zum 8. Januar geschlossen. Ab dem 17. Dezember sollen zudem die Kindertagesstätten und die Gundschulen zu bleiben. Laut Heinze wird eine Notbetreuung organisiert. Die neue Allgemeinverfügung tritt am Freitag um 12 Uhr in Kraft.

Der Landkreis reagiere damit auf die steigenden Infektionszahlen, sagte Heinze. „Wir befinden uns in einer Situation, die wir so noch nie hatten (...). Wir müssen jetzt alles auf den Prüfstand stellen, was dazu beiträgt, das Infektionsgeschehen zeitnah abzusenken. Die medizinische Versorgung gerät in Gefahr.“ Der Einzelhandel ist laut Heinze von den Schließungen nicht betroffen.

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts von Mittwoch (0 Uhr) hat der Landkreis die meisten Ansteckungen auf 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche in Brandenburg verzeichnet. Der Inzidenzwert betrug aktuell knapp 364, am Dienstag hatte er zwischenzeitlich bei 450,76 gelegen. Begründet wurde dieser Unterschied vom brandenburgischen Gesundheitsministerium mit Datenkorrekturen, nach denen nun die Inzidenz in dem Landkreis neu berechnet werde.

Schärfere Corona-Regeln in weiteren Kommunen in Brandenburg

Immer mehr Kreise und kreisfreie Städte in Brandenburg reagieren mit schärferen Corona-Regeln auf weiter steigende Infektionszahlen. In Frankfurt (Oder) gilt seit Donnerstag eine Maskenpflicht auch für Grundschüler und in stärker besuchten Bereichen der Stadt. Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit und Wochenmärkte sind verboten.

Im Kreis Oder-Spree müssen auch Grundschüler seit Donnerstag in Schulen drinnen und draußen Masken tragen, für Oberstufenschüler gilt bei mehr als 200 neuen Infektionen je 100.000 Einwohnern in einer Woche wechselnder Unterricht in der Schule und zuhause. Wochenmärkte und der Konsum von Alkohol in der Öffentlichkeit sind auch hier verboten.

Die Landeshauptstadt Potsdam hatte am Mittwochabend ebenfalls weitere Maßnahmen angekündigt, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Die Maskenpflicht ist seit Donnerstag in der Innenstadt und auf Babelsberg ausgeweitet. Für Oberstufenschüler soll wechselnder Unterricht zwischen der Schule und zuhause gelten. Ein Alkoholverbot in Teilen der Innenstadt und ein Verbot zum Essen von Speisen auf Wochenmärkten ist in Planung