New York - Der US-Musiker und R'n'B-Star R. Kelly ist im Prozess um den sexuellen Missbrauch Minderjähriger schuldig gesprochen worden. Ein Geschworenengericht in New York verurteilte den Sänger des Welthits „I Believe I Can Fly“ am Montag in allen Anklagepunkten. Der 54-Jährige war unter anderem wegen sexueller Ausbeutung Minderjähriger, Kidnapping und Bestechung angeklagt. 

Das Strafmaß gegen R. Kelly soll erst am 4. Mai verkündet werden. Kelly, der bereits in Untersuchungshaft sitzt, droht eine langjährige Haftstrafe.

Die Staatsanwaltschaft warf dem Sänger vor, er habe ein ganzes Netzwerk von Helfern aufgebaut und „Lügen, Manipulation, Drohungen und körperlichen Missbrauch“ eingesetzt. Während des Prozesses in Brooklyn hatten elf mutmaßliche Opfer ausgesagt, neun Frauen und zwei Männer. Sechs von ihnen waren minderjährig, als Kelly den Missbrauch begonnen haben soll.

Die Verteidigung hatte den R'n'B-Sänger hingegen als „Sexsymbol“ dargestellt, das einfach nur ein „Playboy-Leben“ geführt habe. Kellys mutmaßliche Opfer stellte sein Anwalt Deveraux Cannick als enttäuschte Groupies dar, die nur auf Geld aus seien.

Der Sänger verzichtete auf eine Aussage vor Gericht. Er wies alle Vorwürfe zurück und hatte auf nicht schuldig plädiert.