Bremen - Bremens Ex-Trainer Markus Anfang hat die Nutzung eines gefälschten Impfpasses zugegeben. „Der Anwalt hat sich zu dem Vorwurf geäußert und den Tatvorwurf eingeräumt“, sagte der Sprecher der Bremer Staatsanwaltschaft, Frank Passade, am Dienstagnachmittag. Zuvor hatten „Deichstube“ und die Bild darüber berichtet.

Anfang war Ende November wenige Stunden vor dem Heimspiel gegen den FC Schalke 04 (1:1) als Trainer von Werder Bremen zurückgetreten. Zuvor waren die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wegen eines gefälschten Impfpasses gegen ihn bekannt geworden. Die Staatsanwaltschaft beschlagnahmte den Impfpass.

Anfang droht Funktionsverbot

Die Polizei hatte zudem einen Durchsuchungsbeschluss für Anfangs Privatwohnung. „Wir haben einen Beschluss erwirkt, der uns berechtigt hätte, seine Wohnung zu durchsuchen. Das war nicht erforderlich, da die Unterlagen, die wir haben wollten, uns zur Verfügung gestellt worden sind, sodass wir dies nicht durchführen mussten“, sagte Passade. Coach Anfang und sein Co-Trainer Junge hätten kooperiert und den Beamten ihre Impfausweise sowie weitere Unterlagen ausgehändigt, hieß es vom Staatsanwalt. Auch Co-Trainer Florian Junge, gegen den ebenfalls staatsanwaltschaftlich ermittelt wird, legte sein Amt nieder.

Anfang muss sich auch beim Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) erklären. Der kicker berichtete, dass dem Fußballlehrer sogar ein Funktionsverbot droht.

Ob dem Ex-Trainer eine Haftstrafe droht, ist noch unklar. Ein Entwurf für das Corona-Regelwerk der Ampel-Koalition sieht vor, dass das Fälschen von Corona-Tests, Genesenen- oder Impfnachweisen künftig härter bestraft werden soll. Im schlimmsten Fall können bis zu fünf Jahren Haft drohen. Demnach soll die Herstellung und auch die wissentliche Nutzung nicht nur gefälschter Impfnachweise künftig strafbewehrt sein. Mit der Regelung werde die Strafbarkeit für den Fall klargestellt, dass eine „nicht berechtigte Person“ einen Test ausstellt, heißt es. Auch der Gebrauch eines falschen Testnachweises  sei strafbewehrt.