Fast eine Woche nach dem Ausbruch eines Großbrandes auf einer Fähre haben Rettungskräfte am Donnerstag zwei weitere Leichen von der größtenteils ausgebrannten italienischen Autofähre „Euroferry Olympia“ geborgen. Wie der griechische Staatssender ERT berichtete, beläuft sich die Zahl der Opfer des Unglücks vom vergangenen Freitag nun auf vier Menschen, die in den Flammen umkamen. Bereits am Vorabend und am vergangenen Sonntag war jeweils ein Brandopfer geborgen worden. Spezialkommandos der Feuerwehr suchten nun nach weiteren sieben Menschen, hieß es.

Der Brand war am Freitag vergangener Woche auf der unter italienischer Flagge fahrenden Fähre ausgebrochen, als diese von der griechischen Hafenstadt Igoumenitsa ins italienische Brindisi unterwegs war. Die meisten der rund 280 Passagiere und Besatzungsmitglieder wurden schnell in Sicherheit gebracht, aber ein Dutzend Lkw-Fahrer wurden anschließend vermisst.

281 Menschen von Fähre gerettet

Am Sonntag wurde die Leiche eines 58-jährigen Lkw-Fahrers aus Griechenland geborgen. Ein weiteres Todesopfer wurde am Mittwochabend entdeckt, nachdem die Fähre vollständig gelöscht und zum Hafen von Astakos an Griechenlands Westküste geschleppt worden war.

Nach Ausbruch des Feuers waren insgesamt 281 Menschen gerettet worden – 51 Besatzungsmitglieder und 230 Passagiere. Unter ihnen waren auch zwei afghanische Flüchtlinge, die nicht auf der Passagierliste standen. Die Entdeckung der beiden blinden Passagiere nährte die Befürchtung, dass noch mehr Menschen auf der brennenden Fähre zurückblieben als auf Grundlage der offiziellen Zahlen angenommen.

Von den zunächst zehn Verletzten, die nach ihrer Rettung ins Krankenhaus in Korfu eingeliefert worden waren, wurden am Donnerstag noch drei stationär behandelt. Es handelte sich um drei Lkw-Fahrer aus Belarus, Bulgarien und Rumänien mit Atemproblemen. Die genaue Brandursache wird noch untersucht. Nach Angaben der Reederei Grimaldi, der die Fähre gehört, brach das Feuer offenbar in einem Parkdeck für Fahrzeuge aus.