Berlin - Der deutsche Einzelhandel hat sich für eine Impfpflicht ausgesprochen. „Gerade mit Blick auf die aktuell diskutierten erheblich einschränkenden Maßnahmen für die Gesellschaft und Wirtschaft muss eine Impfpflicht entsprechend verfolgt werden“, schreibt der Handelsverband HDE in einem Brief an die geschäftsführende Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Geboten sei eine „zeitnahe Einführung einer verfassungskonform ausgestalteten allgemeinen Impfpflicht mit klar definierten Ausnahmen“.

Bereits seit Monaten appelliert der Einzelhandel an seine Kunden, sich impfen zu lassen. Für eine Impfpflicht hatte er sich bisher allerdings nicht starkgemacht. Viele Bereiche des Einzelhandels waren wegen der angeordneten Geschäftsschließungen während der Lockdowns besonders hart von der Corona-Pandemie betroffen. „Der Handel hat seit Beginn der Corona-Krise erhebliche Sonderopfer gebracht, obwohl er zu keinem Zeitpunkt als Inzidenztreiber bezeichnet werden konnte“, heißt es in dem Brief.

HDE: Impfquote erhöhen, vierte Corona-Welle brechen

Oberstes Ziel müsse es sein, die Impfquote in Deutschland zu erhöhen und Drittimpfungen konsequent voranzutreiben, teilt der HDE mit. Denn derzeit reiche die Impfquote nicht aus, um eine vierte Welle ausreichend einzudämmen. „Daher ist nun der Gesetzgeber gefordert, zielgenaue Maßnahmen einzuleiten, um die Pandemie in den Griff zu bekommen und weiteres Leid zu verhindern. Nach allen bisherigen Erkenntnissen zählt die teilweise in den Bundesländern eingeführte 2G- oder 3G-Vorgabe für den Kundenzugang des Einzelhandels ausdrücklich nicht dazu.“

Bei einer 3G-Regelung haben Geimpfte, Genesene und negativ Getestete Zutritt, bei 2G nur Geimpfte und Genesene.