Berlin - Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus hat einen Perspektivwechsel in der Debatte um die Erhöhung der Impfquote gefordert. Er erlebe momentan, „dass die Geimpften sauer sind auf die Nicht-Geimpften“, sagte Brinkhaus der Welt am Sonntag. Die Geimpften hätten Termine gemacht und in Kauf genommen, dass es ihnen am Tag nach der Impfung teilweise nicht so gut gegangen sei. „Und sie erleben nun, dass sie ihre Freiheiten trotzdem nicht vollständig zurückbekommen.“

Deswegen müsse endlich gefragt werden, inwieweit die Nicht-Geimpften das Leben von Geimpften einschränken, sagte der Vorsitzende der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag. „Es wird zu viel über den angeblichen indirekten Impfzwang geredet und zu wenig über die Rechte von Geimpften.“ Der CDU-Politiker geht davon aus, dass Hoteliers, Clubs und Veranstalter künftig nur noch Geimpfte in ihre Häuser lassen.

54,5 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft

Brinkhaus forderte außerdem die Rückkehr zum Leben vor Corona: „Wir müssen zu einer Normalität zurückkehren, und zwar bald und nicht erst in Jahren. Ein Restrisiko wird bleiben, aber damit müssen wir dann umgehen.“ Der Fraktionschef fügte hinzu: „Ich gehöre zwar zum Team Vorsicht, aber wir können nicht die nächsten 30 Jahre unser Leben Covid unterordnen.“

In Deutschland haben laut Impf-Dashboard der Bundesregierung aktuell 62,3 Prozent mindestens eine Impfdosis erhalten. 54,5 Prozent der Gesamt­bevölkerung sind vollständig geimpft. Das Tempo, mit dem die Menschen geimpft werden, hat in den letzten Wochen stark abgenommen. Die Regierung versucht nun, die Bürger mit Impfaktionen zu motivieren. In Berlin finden beispielsweise Impfpartys statt.