Hobbytaucher können die „Britannic“ - das Schwesterschiff der legendären „Titanic“ - in der Ägäis besichtigen. Die Taucherlaubnis für die „Britannic“ und weitere zehn Schiffe in der Ägäis wird ab sofort unbürokratisch und elektronisch gegeben, wie das griechische Kulturministerium am Freitag mitteilte. Die Taucher dürfen aber nur die Wracks sehen und Fotos oder Videos machen. Nichts darf aus den Wracks gehoben werden, hieß es.

In Griechenland wird das Tauchen, um Wracks zu besichtigen, aus Angst vor Entwendung antiker oder anderer geschichtlich wichtiger Gegenstände streng überwacht. Eine Erlaubnis wird nur nach monatelangen Kontrollen durch das Kulturministerium in Athen gegeben. Unerlaubtes Tauchen wird mit hohen Geld- und Haftstrafen bestraft.

„Britannic“ lief vermutlich auf eine deutsche Mine auf

Die „Britannic“ war eines der größten Schiffe, die während des Ersten Weltkrieges untergingen. Im November 1916 sollte die zum Lazarettschiff umgebaute „Britannic“ verwundete britische Soldaten aus dem Marinestützpunkt Moudros auf der Ägäisinsel Limnos holen. Dabei lief sie vermutlich auf eine deutsche Mine auf und ging nach etwa einer Stunde unter.

Der Großteil der 1100-köpfigen Besatzung konnte sich - anders als bei der „Titanic“ - rechtzeitig in die Rettungsboote flüchten und erreichte die nahe gelegene Insel Kea. Nur 30 Menschen kamen damals ums Leben, als eine der Schiffsschrauben ein Rettungsboot zertrümmerte.

Der französische Meeresforscher Jacques-Yves Cousteau hatte das Wrack Mitte der 1970er Jahre als erster entdeckt und gefilmt.