London - Er wurde international durch Bauwerke wie das Centre Pompidou in Paris oder den Millennium Dome in London bekannt: Nun ist der britische Architekt Richard Rogers im Alter von 88 Jahren gestorben. Das berichteten verschiedene Medien unter Berufung auf die Familie und seinen Sprecher. Demnach starb Rogers am Samstagabend in aller Stille in seinem Haus in London. Die Todesursache wurde nicht genannt. Rogers hinterlässt seine Frau und vier Söhne. Er galt als einer der erfolgreichsten und einflussreichsten Architekten weltweit.

Rogers wurde am 23. Juli 1933 als Sohn einer anglo-italienischen Familie in der italienischen Stadt Florenz geboren. Seine Familie zog kurz vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs nach England. Bekannt wurde er mit seinen markanten Entwürfen wie etwa für das röhrenförmige Kulturzentrum Centre Pompidou (1971), das er gemeinsam mit Renzo Piano entwarf oder dem Bau des riesigen Millennium Domes in London, der wie ein außerirdisches Raumschiff zu schweben scheint. Er war auch verantwortlich für Gebäude am Potsdamer Platz in Berlin. Kurz vor seinem 85. Geburtstag schloss er den Bau des Three World Trade Centers ab – ein 80-stöckiges Hochhaus an der Stelle der Zwillingstürme in New York.

Rogers wurde zum Ritter geschlagen und erhielt den Pritzker-Preis

Im Jahr 1991 wurde er zum Ritter geschlagen. 2007 erhielt er den Pritzker-Preis, die höchsten Auszeichnung für Architektur. Die Jury lobte seine „einzigartige Interpretation der Faszination der modernen Bewegung für das Gebäude als Maschine“. Er habe Museen revolutioniert, indem er das, was einst elitäre Monumente gewesen seien, in populäre Orte des sozialen und kulturellen Austauschs verwandelt habe, die mit dem Herzen der Stadt verwoben seien.

Rogers hatte auch Kritiker: Zu ihnen zählte laut BBC auch Prinz Charles, der bei mehreren Gelegenheiten seine Abneigung gegen dessen Entwürfe zum Ausdruck gebracht habe.