Brotpreisbremse: Bäckerei verkauft jedes Brot für 2,50 Euro

Til Steinhauer vom Familienunternehmen Hinnerbäcker: „Grundnahrungsmittel wie Brot sollten für jeden erschwinglich sein.“ Die Aktion wird verlängert.

Die Preise für die Herstellung von Brot und Brötchen sind massiv gestiegen.
Die Preise für die Herstellung von Brot und Brötchen sind massiv gestiegen.dpa

Eine Bäckerei-Kette sagt den hohen Preisen für Brot den Kampf an. Die 70 Filialen der Kette Hinnerbäcker bieten ihr Brot zum Festpreis von 2,50 Euro pro Laib an. Zunächst war die Aktion nur für den September geplant. Jetzt hat das Unternehmen aufgrund der positiven Resonanz mitgeteilt, die Festpreise bis Ende des Jahres beizubehalten. „Wir freuen uns sehr, dass unsere Brot-Rabattaktion so positiv aufgenommen wurde“, schreibt der Hinnerbäcker bei Facebook. „Euer Lob ist unsere Motivation, daher verlängern wir gerne und bieten bis zum 31. Dezember 2022 alle Brote in allen Filialen weiterhin für nur 2,50 Euro an.“

Der Hessenschau sagte Til Steinhauer, Junior-Manager des Familienunternehmens: „Grundnahrungsmittel wie Brot sollten für jeden erschwinglich sein.“ Steinhauer berichtet zudem von einer Stammkundin, die regelmäßig ein Stückchen Gebäck und ein Brot gekauft habe. Dann habe sie das Brot plötzlich weggelassen, weil sie es sich nicht mehr habe leisten können. Ein Zustand, der nicht sein darf, findet Steinhauer. Deshalb hat das Familienunternehmen die Brotpreisbremse eingeführt.

Hohe Preise für Energie und Rohstoffe: „Bäckereien sind aktuell nicht rentabel“

„Wir wollen unseren Kunden in diesen schlimmen Zeiten beistehen und was zurückgeben“, sagt Til Steinhauer der Bild dazu. Auch Brote, die bislang eigentlich vier Euro oder mehr gekostet haben, werden nun für den Fixpreis von 2,50 Euro verkauft. Gewinn macht das Traditionsunternehmen (besteht seit 1854) damit zwar nicht mehr. Man habe aber in der Vergangenheit gut gewirtschaftet und daher Rücklagen.

Der Frankfurter Neuen Presse sagte Steinhauer, Bäckereien seien energie-, rohstoff- und personalintensive Unternehmen, daher seien sie „nach jetzigem Stand nicht rentabel“. Zwar werde in den Hinnerbäcker-Filialen derzeit etwa an der Beleuchtung gespart, dennoch müssten die gestiegenen Kosten für die Erzeugung von Brot und weiteren Backwaren eigentlich auf den Verkaufspreis umgelegt und die Preise für die Kunden erhöht werden. Das sei aber nicht umsetzbar, so Steinhauer. Er sagt: „Den Kunden kann man so eine Preiserhöhung nicht zumuten. Grundnahrungsmittel wie Brot sollten für jeden erschwinglich sein.“