„Brown Sugar“ rassistisch? Rolling Stones streichen Song bei US-Tour
Kritiker interpretieren den Hit der britischen Rocker als Angriff auf schwarze Frauen. Die Band reagiert und postet bei Twitter eine neue Setlist ohne das Lied.

Dallas-Kontroverse um einen der größten Hits der britischen Rockband Rolling Stones: Die Rocklegenden verzichten auf ihrer derzeitigen US-Tour auf ihren Hit „Brown Sugar“ (1971) – weil dieser aus Sicht von Kritikern rassistisch, sexistisch und ein Angriff auf schwarze Frauen sein soll.
Die Band hatte bereits Mitte Oktober angedeutet, dass sie den Song auf der Bühne nicht spielen werde, um sich den mit der Kontroverse verbundenen Stress zu ersparen. Auf ihrem Twitter-Account veröffentlichten die Musiker diese Woche in Dallas, wo sie ein Konzert gaben, die Liste der Songs. „Brown Sugar“ fehlte da.
And the rain fell down, on the cold hard ground…
— The Rolling Stones (@RollingStones) November 3, 2021
Thank you for an amazing evening Dallas despite the rain! Can you guess who’s got the setlist here…? pic.twitter.com/yZvadN9cOP
Im Song-Text geht es um die Sklaverei in den USA
Das von Leadsänger Mick Jagger, 78, und Gitarrist Keith Richards, 77, geschriebene Lied dreht sich um die Sklaverei in den USA, angedeutet wird in dem Text, dass junge schwarze Mädchen und Frauen für sexuelles Vergnügen der Sklavenbesitzer missbraucht wurden.
Jagger postete auf seinem eigenen Twitter-Account Fotos aus Dallas vor dem Konzert. Auf einem steht er vor dem Kunstmuseum African American Museum, das er besuchte – auch das wurde von Kritikern kommentiert und interpretiert. Die Entscheidung, auf „Brown Sugar“ während der „No Filter Tour“ durch die USA zu verzichten, rief allerdings ebenfalls Kritik hervor. Netznutzer sprechen unter anderem von Zensur.
