Mehrere vermummte Männer und eine vermummte Frau haben in Erfurt einen Thor-Steinar-Laden überfallen und die 32-jährige Mitarbeiterin schwer verletzt. Ein Video aus der Überwachungskamera, das die Tat in der Erfurter Neuwerkstraße zeigt, sorgt für viel Diskussion im Netz. Die Täter schlugen auf die Frau ein, spritzten ihr eine unbekannte Flüssigkeit ins Gesicht und verteilten eine Flüssigkeit im Laden. Sie flüchteten anschließend. Umfangreiche Fahndungsmaßnahmen der Polizei nach den Tätern verliefen bisher erfolglos. Die Polizei sucht mit einem Aufruf nach Zeugen.

Die Täter trugen zum Teil blaue Jacken, blaue Hosen und blaue Pullover und verdeckten ihre Gesichter mit Mützen und Mund-Nasen-Schutz. Einer der Täter trug eine auffällige graue Hose in Camouflage-Optik sowie eine markante blaue College-Jacke mit weißen Ärmeln und weißer Aufschrift auf dem Rücken, wie die Polizei mitteilt. Die Kriminalpolizei Erfurt ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung. Ein politisches Tatmotiv kann nicht ausgeschlossen werden.

Erfurt: AfD verurteilt Attacke auf Thor-Steinar-Laden

Auch wenn die Tat in Erfurt am vergangenen Samstag geschah, halten die Diskussionen an – zumal am selben Tag in Magdeburg ebenfalls ein Thor-Steinar-Laden überfallen wurde. Es gibt durchaus differenzierte Meinungen zu dieser Attacke: „Eine Verkäuferin in Erfurt wird überfallen, weil sie Kleidung der Marke Thor Steinar verkauft, die oft in der rechtsextremen Szene getragen wird. Diese vier Personen, die die Frau so quälen und verletzen, sind das, was sie der Verkäuferin unterstellen: Brutale, enthemmte Nazis.“

Die AfD verurteilt den Überfall: Georg Pazderski von der Berliner AfD twitterte: „Linksextremismus bedroht unsere Demokratie, wann begreift #Faeser das endlich?“ Der innenpolitische Sprecher der AfD-Fraktion im Thüringer Landtag, Ringo Mühlmann, sagte, solche Angriffe seien Folge einer falschen Prioritätensetzung. Mitglieder von Landesregierung und den Fraktionen von Rot-Rot-Grün würden offen mit linksextremistischen Vereinigungen sympathisieren oder solche Taten relativieren.