Buenos Aires: Millionen Argentinier feiern WM-Titel

Nach einem nervenaufreibenden WM-Finale feiern die Menschen in Argentinien den Sieg ihrer Mannschaft. Eine Fußballnation steht Kopf.

Nach dem Siegtreffer im Elfmeterschießen gab es für die argentinischen Fußballfans kein Halten mehr.
Nach dem Siegtreffer im Elfmeterschießen gab es für die argentinischen Fußballfans kein Halten mehr.AP/Gustavo Garello

Millionen Menschen in Argentinien haben den Titel ihrer Nationalmannschaft um Superstar Lionel Messi bei der Fußball-WM in Katar frenetisch gefeiert.

Fans in den Straßen der Hauptstadt Buenos Aires und anderen Teilen des Landes bejubelten bereits die Treffer von Messi (23. Minute) und Ángel di Maria (36. Minute), die zum 2:0-Halbzeitstand gegen Frankreich geführt hatten. Nach dem entscheidenden Treffer von Gonzalo Montiel zum 4:2-Erfolg im Elfmeterschießen kannte die Freude keine Grenzen mehr.

Beim Public Viewing in Buenos Aires jubelten Hunderttausende ihrer Nationalmannschaft zu.
Beim Public Viewing in Buenos Aires jubelten Hunderttausende ihrer Nationalmannschaft zu.AP/Rodrigo Abd

Video: Fans in Buenos Aires feiern Siegtreffer

„Weltmeister! Messis Argentinien berührt den Himmel in Katar“, schrieb die argentinische Zeitung „La Nación“. Die Fans in Buenos Aires versammelten sich in Massen, um gemeinsam dem Titel entgegenzufiebern. Teile der Stadt waren bereits für den Verkehr gesperrt gewesen, Busse fuhren nicht mehr, Geschäfte schlossen früher. Buenos Aires und andere Städte boten auf Großleinwänden die Möglichkeit zum Public Viewing, Bars und Restaurants lockten mit Sonderangeboten zum Fußballschauen.

Im Netz gepostete Videos zeigten den Moment, in dem die Menge in Buenos Aires gespannt um den Sieg im Elfmeterschießen bangte. Viele trugen das blau-weiß gestreifte Nationaltrikot. Als der Siegtreffer fällt, schießen tausende Hände triumphierend in die Höhe, Menschen springen in die Luft, fallen sich freudetrunken in die Arme. Der Jubel ist ohrenbetäubend. 

Erster WM-Titel seit 36 Jahren

„Schätzungen zufolge befinden sich gerade mehr als zwei Millionen Menschen am Obelisken“, hieß es unter einem weiterem, bei Twitter geposteten Video, auf dem zu sehen ist, wie immer mehr Menschen auf den Platz der Republik in der argentinischen Hauptstadt strömen. In der Menge steigt Rauch auf, im Hintergrund ist eine Symphonie aus Pfiffen, Sirenen und Autohupen zu hören.

Die Hoffnung auf den insgesamt dritten WM-Titel – den ersten seit 1986 – war vor allem gestiegen, nachdem Argentinien im Halbfinale mit 3:0 gegen Kroatien gewonnen hatte. Die Anspannung war in jeder Ecke der Hauptstadt und in allen Teilen der fußballverrückten Heimat von Messi und Diego Maradona zu spüren. Der sportliche Triumph stellt auch einen Lichtblick in Argentiniens wirtschaftlicher Dauerkrise mit einer stark gestiegenen Inflation dar.

Manche folgten für den Erfolg dabei auch ihrem Aberglauben. So schaute der argentinische Präsident Alberto Fernández das Finale zu Hause. Dahinter steckt eine lange Tradition argentinischer Staatschefs: Sie zogen es nach der 0:1-Niederlage der Südamerikaner gegen Kamerun bei der WM in Italien 1990 in Anwesenheit des damaligen Präsidenten Carlos Menem vor, den Spielen der Albiceleste bei einer WM fernzubleiben.