Berlin - Manche Empfänger der offiziellen Gutscheine für FFP2-Masken wundern sich, dass sie welche bekommen haben - darunter auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU). „Da war ich schon etwas überrascht“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Er sagte, er werde die Coupons zurückgeben.

Auf den ersten Blick ist auch für andere Bürger häufig nicht erkennbar, aus welchem Grund jemand auf der Empfängerliste seiner Krankenkasse steht - auch kleine Kinder erhielten beispielsweise Gutscheine. Ein junger Mann schrieb auf Twitter: „Ich bin weder Risikopatient noch besonders alt. Was ist hier los? Warum bekomme ich einen Berechtigungsschein für FFP2-Masken?“

Coupons für zwölf FFP2-Masken pro Person

Insgesamt sollen rund 34 Millionen Bürger über ein Bundesprogramm Gutscheine für zwölf FFP2-Masken bekommen, die in der Apotheke eingelöst werden können. Das Bundesgesundheitsministerium verwies auf Nachfrage auf die Vorgaben für den Versand: Es gebe klare Indikationen, darunter bestimmte Vorerkrankungen, so ein Sprecher. Auch ein 30-Jähriger mit chronischer Lungenerkrankung beispielsweise könne daher Masken bekommen.

„Über mögliche Irrläufer oder Adressaten, bei denen der Anspruch nicht auf den ersten Blick nachvollziehbar ist, sind uns nur die Presseberichte über Einzelfälle und entsprechende Social-Media-Beiträge bekannt“, teilte ein Sprecher des Verbandes der Privaten Krankenversicherung (PKV) mit. Aufklärung könne dann nur eine Nachfrage bei dem jeweiligen Versicherungsunternehmen bringen.

Asthma-Befund ist ein möglicher Grund

Die Gutscheine würden an alle Versicherten versandt, für die in den Abrechnungsdaten eine Diagnose aus dem vom Gesundheitsministerium vorgegebenen Kriterienkatalog verzeichnet sei, so der PKV-Sprecher weiter. Dazu gehöre etwa auch Asthma: „Es ist zum Beispiel durchaus möglich, dass Ärzte einen ‚Verdacht auf Asthma‘ untersucht hatten und diese Befunde nun in den Datenbanken als Kriterien zum Versand der FFP2-Masken gewirkt haben.“

Auch der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) verwies wegen Fragen des Versandes an die einzelnen Kassen der Empfänger. Eine Sprecherin der AOK Bayern sagte, es könne vorkommen, dass den Versicherten nicht bewusst sei, dass ein Arzt früher einmal eine Diagnose gestellt habe, die den Kriterien des Bundesgesundheitsministeriums entspreche. Dies könne dann auch Kinder betreffen.