Wegen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine und wegen Spionageverdachts weisen Bulgarien und die baltischen Staaten insgesamt 20 russische Diplomaten aus. Bulgarien weise zehn Diplomaten wegen „Aktivitäten, die nicht im Einklang mit dem Wiener Übereinkommen über diplomatische Beziehungen stehen“, aus, erklärte das bulgarische Außenministerium am Freitag.

Lettland weise drei Mitarbeiter der russischen Botschaft wegen „gegen ihren Diplomatenstatus verstoßende Aktivitäten und unter Berücksichtigung der fortdauernden russischen Aggression in der Ukraine“ aus, erklärte der lettische Außenminister Edgars Rinkevics. Der Schritt sei mit Litauen und Estland abgestimmt. Estland weist nach Regierungsangaben drei Diplomaten aus, Litauen vier.

Das estnische Außenministerium warf den drei betroffenen Botschaftsmitarbeitern vor, die Sicherheit des Landes „direkt und aktiv untergraben“ sowie Propaganda zur Rechtfertigung der russischen Invasion in der Ukraine verbreitet zu haben. Litauens Außenministerium erklärte, der russische Geheimdienst sei „aktiv beteiligt“ an der Planung und Umsetzung der russischen Militärinvasion in der Ukraine. Damit bedrohe er „nicht nur die Sicherheit der Ukraine, sondern auch die Litauens“.

Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, kritisierte die Ausweisung der russischen Diplomaten scharf. Im Onlinedienst Telegram kündigte sie eine „entsprechende Antwort“ Russlands auf „all die ungerechtfertigten Ausweisungen von russischen Diplomaten“ an.

Bereits Anfang des Monats hatte Bulgarien zwei russische Diplomaten aus ähnlichen Gründen ausgewiesen. Auch die Vereinten Nationen und die Slowakei hatten Diplomaten aus Russland vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine ausgewiesen: Ende Februar hatten zwölf Mitglieder der russischen Vertretung bei der Uno ihre Ausweisung aus den USA erhalten. Mitte März hatte die Slowakei drei russische Diplomaten ausgewiesen.